Berlin: Remmo-Sohn veröffentlicht angebliche Chats mit Linke-Abgeordnetem Ferat Koçak
Nach einem Besuch von Issa Remmo, der als Chef des berüchtigten Remmo-Clans gilt, auf der Wahlparty des Neuköllner Bezirksverbands der Linken, gerät die Partei immer weiter unter Druck: Die Linke hatte sich zunächst von dem Besuch distanziert, es habe sich um eine öffentliche Veranstaltung gehandelt, zu der auch Ungeladene Eintritt gehabt hätten. Nun veröffentlichte Remmos Sohn Firas Remmo jedoch Material, das eine persönliche Beziehung zu einem Bundestagsabgeordneten der Partei nahelegt.
Konkret handelt es sich um den Abgeordneten Ferat Koçak aus dem Berliner Bezirk Neukölln . Auf Instagram teilte Firas Remmo einen auf den 17. Februar datierten Chatverlauf, den er angeblich mit Koçak geführt haben will. Darin ist zu lesen, wie Koçak an den Vater – also Issa Remmo – »Grüße mit Respekt« ausrichten lässt und Firas Remmo bittet, bei der Verbreitung eines Videos einer seiner Bundestagsreden zu helfen.
In der Rede hatte Koçak die pauschale Verurteilung von Menschen als Clanmitglieder »allein aufgrund ihres Nachnamens« verurteilt. »Gerne Bruder«, antwortet das Clanmitglied. »Wir stehen zusammen, wir halten zusammen und wir kämpfen gemeinsam für unsere Ziele«, schreibt Firas Remmo zu dem abfotografierten mutmaßlichen Chatverlauf.
3 Min Zur Merkliste hinzufügen Wahl in der Hauptstadt: Wird Berlin jetzt auf links gedreht? 8 Min Zur Merkliste hinzufügen 8 Min Zur Merkliste hinzufügen Wahl in Berlin: Clan-Größe Remmo auf Linken-Wahlparty – Partei distanziert sich 1 Min Zur Merkliste hinzufügen 1 Min Zur Merkliste hinzufügen Ferat Koçak war für SPIEGEL-Anfragen zur Echtheit des Chats und seiner Nähe zum Remmo-Clan mehrfach nicht zu erreichen. Zu einem weiteren Vorgang äußerte er sich allerdings in einem von der Partei verbreiteten Statement – nämlich einem Foto, das ihn mit Ibrahim Ibrahim zeigt , einem Vertreter des »Vereinigten Palästinensischen Nationalkomitees«. Die Gruppe wird vom Verfassungsschutz als extremistisch eingestuft, von der Europäischen Union und den USA als Terrororganisation.
»Von gewalt- oder terrorverherrlichenden Aussagen jeglicher Art distanziere ich mich ausdrücklich. Das gilt selbstverständlich auch für die Äußerungen von Ibrahim Ibrahim«, wird Koçak von seiner Partei zitiert. Sein Ziel bleibe eine Gesellschaft, in der alle Menschen ein gutes und sicheres Leben in Würde führen könnten: »unabhängig davon, ob sie jüdisch, muslimisch, christlich, alevitisch, hinduistisch, buddhistisch oder konfessionslos sind.«
Schon am Mittag hatte sich der Politiker auf seinen Social-Media-Kanälen von »gewalt- oder terrorverherrlichenden Aussagen« distanziert – allerdings, noch ohne den Namen Ibrahims zu nennen.
5News hat diese Zusammenfassung aus dem öffentlichen Feed der Quelle übernommen. Der vollständige Artikel mit allen Details steht auf www.spiegel.de — der Inhalt gehört Der Spiegel.