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Duma-Wahl in Russland: Alles unter Kontrolle - und doch ein Stresstest?

Tagesschau (ARD) ·
Duma-Wahl in Russland: Alles unter Kontrolle - und doch ein Stresstest?

Duma-Wahl in Russland Alles unter Kontrolle - und doch ein Stresstest? Stand: 18.09.2026 • 07:04 Uhr

In Russland hat die Parlamentswahl begonnen. Parteien, die den Ukraine-Krieg kritisieren, sind bei der dreitägigen Abstimmung nicht zugelassen. Doch vom Abschneiden einzelner Kandidaten könnte ein Signal ausgehen.

In der letzten Sitzung vor der Duma-Wahl war es deren Präsident Wjatscheslaw Wolodin offenbar ein Anliegen, noch einmal die Geschlossenheit des Parlaments hervorzuheben. Regierung und Opposition hätten während der vergangenen Legislaturperiode hervorragend zusammengearbeitet.

" Für die Bewältigung der aktuellen Herausforderungen ist der Zusammenhalt der Gesellschaft und der politischen Kräfte wichtiger denn je", betont er. "Wir haben alles dafür getan, uns hinter der Entwicklungsagenda unseres Landes, hinter der Agenda unseres Präsidenten, zu versammeln. 68,5 Prozent aller Gesetze wurden mit Unterstützung sämtlicher Fraktionen verabschiedet."

Diese Einigkeit müsse trotz unterschiedlicher Auffassungen auch künftig bewahrt werden, so Wolodin. Anders ausgedrückt: Harte politische Auseinandersetzungen oder gar eine schlagkräftige Opposition sucht man in der Duma vergebens.

Inflation, Benzinmangel, Drohnenangriffe: Wird sich das auf die russische Parlamentswahl auswirken? mehr

Ein ähnliches Bild zeigte sich im Wahlkampf. Im staatlich kontrollierten Fernsehen entfielen rund drei Viertel der politischen Sendezeit auf die Regierungspartei Geeintes Russland. Mehrere Kandidaten blieben Fernsehdebatten einfach fern.

Jabloko, die einzige Partei, die sich offen gegen Russlands Krieg in der Ukraine positioniert, wurde wegen angeblicher Verstöße gegen die Parteienfinanzierung nicht zur Wahl zugelassen. Lediglich einige Einzelkandidaten von Jabloko dürfen antreten.

Denis Wolkow vom Meinungsforschungsinstitut Lewada erwartet im Interview mit dem ARD-Studio Moskau keine Überraschungen beim Wahlausgang: "Wesentliche Veränderungen wird es nicht geben. Die Stimmung im Land ähnelt stark derjenigen vor fünf Jahren, sowohl was die Umfragewerte und die Zustimmung zur Regierung betrifft als auch die Einschätzung der wirtschaftlichen Lage."

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Die schwächelnde Wirtschaft, die hohe Inflation und zeitweise Treibstoffengpässe infolge ukrainischer Drohnenangriffe beschäftigen viele Wählerinnen und Wähler durchaus. Von einer Abstimmung über Kremlchef Wladimir Putin möchte Wolkow dennoch nicht sprechen. Im Großen und Ganzen stehe die Bevölkerung weiterhin hinter dessen außenpolitischem Kurs.

"Viele Menschen unterstützen Putins außenpolitisches Vorgehen in der Ukraine und den von ihm verfolgten unabhängigen außenpolitischen Kurs", stellt Wolkow fest. "Die wirtschaftliche Entwicklung hingegen wird deutlich kritischer gesehen. Geopolitische Fragen werden in erster Linie mit Putin verbunden. Dafür erhält er die Zustimmung einer Mehrheit. Probleme in Wirtschaft und Alltag werden dagegen eher der Regierung und den Ministerien zugeschrieben.

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