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Uno-Biodiversitätskonferenz COP17: Was dem Klima hilft, darf der Natur nicht schaden

Der Spiegel Wissenschaft ·
Uno-Biodiversitätskonferenz COP17: Was dem Klima hilft, darf der Natur nicht schaden

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Wer über Klimaschutz spricht, redet meist von erneuerbaren Energien, Elektroautos und dem zu verringernden Ausstoß von Treibhausgasen. Ebenso wichtig aber sind gesunde Böden, Gewässer und Wälder: Ihr Zustand entscheidet mit, wie gut eine Landschaft gegen die Folgen des Klimawandels gerüstet ist.

Eine aktuelle Auswertung im Fachmagazin »Nature Ecology & Evolution« von mehr als 400 Studien zeigt: Wo Biodiversität schwindet, geraten viele Ökosystemleistungen unter Druck – darunter der Erhalt der Wasserqualität, die Bestäubung, die Schädlingskontrolle und die Speicherung von Kohlenstoff. Damit sinkt auch die Fähigkeit vieler Ökosysteme, Menschen vor den Folgen des Klimawandels zu schützen. »Der Verlust der biologischen Vielfalt bedroht die Ökosystemleistungen, von denen die Menschheit abhängt«, schreiben die Autorinnen und Autoren.

Andersherum gilt: Die Folgen des Klimawandels bedrohen die Biodiversität. Das verdeutlicht eine kürzlich erschienene Modellstudie im Fachmagazin »Science« . Die Forschenden haben die Auswirkungen des Meeresspiegelanstiegs auf mehr als 34.000 terrestrische Wirbeltierarten untersucht. Je nach Klimaszenario könnten bis zum Jahr 2100 bis zu 45 Prozent dieser Arten durch die Überflutung ihrer Lebensräume betroffen sein. Das bedeutet nicht, dass all diese Arten aussterben. Doch viele ihrer möglichen Rückzugsräume liegen außerhalb bestehender Schutzgebiete; einige könnten langfristig nicht überleben.

Ihre Ergebnisse seien relevant, um Länder dabei zu unterstützen, die Ziele des globalen Biodiversitätsrahmens zu erreichen, schreiben die Autorinnen und Autoren. Ihre Botschaft ist klar: Naturschutz darf nicht nur das bewahren, was heute noch intakt ist. Er muss auch die Rückzugsräume der Zukunft sichern.

Nachvollziehbar also, dass das Zusammenspiel von Klima- und Artenschutz auch auf der Agenda der Uno-Biodiversitätskonferenz COP17 steht, dem weltweiten Verhandlungsforum zur biologischen Vielfalt. Sie wird vom 19. bis 30. Oktober 2026 in Armeniens Hauptstadt Eriwan stattfinden. Erstmals sollen die Vertragsstaaten überprüfen, wie weit sie bei den 23 globalen Biodiversitätszielen, die sie sich einst selbst gesetzt haben, tatsächlich gekommen sind – von der Renaturierung und dem Ausbau von Schutzgebieten bis zur Reform umwelt- und klimaschädlicher Subventionen.

Im Bereich Klima und Biodiversität soll es zudem um praktische Fragen gehen, etwa: Welche Wälder werden vorbildlich geschützt? Welche Arten können in kühlere Lebensräume ausweichen? Verhindern Schutzvorkehrungen, dass Aufforstung, Bioenergie oder erneuerbare Energien neue Naturschäden verursachen?

Ambitionierter Klimaschutz ist für den dauerhaften Artenschutz unverzichtbar, aber allein unzureichend. Er muss auch naturverträglich sein. Werden beispielsweise erneuerbare Energien schlecht geplant oder platziert, kann das den Naturschutz behindern, weil Windräder und Solarpanels Flächen auf Feld oder Wiese benötigen.

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