Angriff an Schule in Brandenburg: Einer der Toten war Erzieher
Nach dem tödlichen Angriff an einer Schule nahe Berlin hat die Polizei weitere Angaben zu den beiden Toten gemacht. Eines der Opfer soll demnach ein 30 Jahre alter Kitaerzieher gewesen sein. Die Kita ist auf demselben Gelände wie eine Grund- und eine Oberschule. Zuvor war davon ausgegangen worden, dass es sich bei dem getöteten 30-Jährigen um den Hausmeister handelte. Die Polizei hatte das nicht bestätigt.
Bei der Gewalttat in Gosen-Neu Zittau im Landkreis Oder-Spree waren am Donnerstag eine Frau und ein Mann getötet worden. Ein 19 Jahre alter Deutscher gilt als Tatverdächtiger, er wurde vorläufig festgenommen und ist in Polizeigewahrsam.
Bei der Frau soll es sich laut Medienberichten um die Ex-Freundin des Tatverdächtigen handeln. Die Polizei bestätigte die Verbindung. Ob es sich bei der 18-Jährigen um eine Schülerin handelte, war zunächst unklar.
Noch am Abend nach der Tat fanden sich weit über hundert Menschen an der Schule ein, um Blumen niederzulegen, Kerzen anzuzünden und gemeinsam zu trauern. Viele Menschen weinten und hielten sich in den Armen.
„Das ist nichts, was normal ist an einer Schule“, sagte Michael Kunz, Sprecher der Academedia Education GmbH, die Muttergesellschaft der Docemus-Schulen. „Die Schülerin war allen gut bekannt.“ Es werde sehr schwer sein, zu irgendeiner Form der Normalität zurückzukehren, so Kunz. Man wolle nun schauen, wie es für die Schule mit Blick auf den Unterricht weitergehe. Die Schule sei am Freitag als „Begegnungsraum“ und Ort der Trauer geöffnet.
Wie das Bildungsministerium in Brandenburg mitteilte, stehen schulpsychologische Fachkräfte den Schülerinnen und Schülern sowie Lehrkräften zur Seite. Auch die Notfallseelsorge wird wieder vor Ort sein. Bereits am Donnerstag waren mehrere Vertreter an der Schule in Ostbrandenburg und sprachen mit Betroffenen. „Wir versuchen, ein Schutzraum zu sein“, sagte Stefan Baier von der Notfallseelsorge Brandenburg im „RBB-Spezial“.
Neben der Privatschule auf dem Docemus-Campus befindet sich auf demselben Gelände auch eine öffentliche Grundschule. Das Schulamt habe dem privaten Träger sofort Unterstützung angeboten, hieß es aus dem Ministerium. Der Unterricht in der Grundschule werde am Freitag nicht regulär stattfinden, die Kinder würden psychologisch betreut.
„Unser Mitgefühl gilt in diesen Stunden den Angehörigen, den Freundinnen und Freunden der Opfer – und allen Schülerinnen und Schülern sowie Lehrkräften, die am Donnerstag Unfassbares erlebt haben“, schrieb die Kreisverwaltung. „Wir sind dankbar für jeden Einzelnen, der in diesen Momenten für andere da war.“ Man bitte darum, „den Betroffenen und ihren Familien jetzt den Raum zu lassen, den sie brauchen“.
Auch Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) sprach den Angehörigen und Freunden der Opfer sein Mitgefühl aus. „Bei einem furchtbaren Angriff sind zwei Menschen ums Leben gekommen. Diese Tat erschüttert unser gesamtes Land.“
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