Müde, erschöpft, ausgebrannt - Fast jedes zweite Schulkind schläft schlecht
Abends noch eine Runde am Handy und am nächsten Morgen völlig erschöpft aus dem Bett. Für viele Schulkinder in Deutschland gehört Müdigkeit offenbar längst zum Alltag. Eine neue Befragung zeigt: Fast die Hälfte der Schüler hat mindestens einmal pro Woche Schlafprobleme. Und auch beim Wohlbefinden und beim Blick in die Zukunft gibt es alarmierende Entwicklungen.
46 Prozent der Schüler aus den Klassen fünf bis zehn geben an, mindestens einmal pro Woche nicht gut schlafen zu können. Noch größer ist das Problem bei der Erschöpfung : 69 Prozent der Kinder und Jugendlichen fühlen sich mindestens einmal pro Woche ausgelaugt und erschöpft. Vor drei Jahren lag der Anteil noch bei 52 Prozent. Auch das allgemeine Wohlbefinden zeigt eine Verschlechterung: 49 Prozent der Befragten berichten von vermindertem Wohlbefinden, vor drei Jahren waren es 41 Prozent.
Der Präsident des Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzte und -ärztinnen, Michael Hubmann, sieht einen Zusammenhang zwischen Schlafproblemen und übermäßiger Mediennutzung: „Kinder und Jugendliche, die bis spät in den Abend soziale Medien nutzen oder, algorithmisch getriggert, aufwühlende Videos konsumieren, werden vom gesunden Schlaf abgehalten.“ Dabei geht es nicht nur darum, dass Kinder müde in der Schule sitzen. DAK-Vorstandschef Andreas Storm warnt auch vor möglichen Folgen für das Lernen: „Wer schon in jungen Jahren erschöpft ist oder sogar unter Schlafstörungen leidet und nicht weiß, wie er mit solchen Belastungen umgehen kann, hat schlechtere Voraussetzungen für erfolgreiches Lernen.“
Knapp die Hälfte der Schulkinder empfindet ihren Alltag nicht als selbstverständlich positiv – sie nehmen kaum interessante Dinge wahr, haben selten gute Laune, sind selten entspannt oder aktiv. Diese Eigenschaften gehören laut Weltgesundheitsorganisation allerdings zu einem guten Wohlbefinden. Besonders auffällig ist der Blick in die Zukunft: Nur 57 Prozent der Kinder und Jugendlichen schauen positiv auf ihre eigene Zukunft. Im Vorjahr waren es noch 62 Prozent. Das entspricht einem Rückgang um fünf Prozentpunkte.
Die Ergebnisse stammen aus einer Befragung des Instituts für Therapie- und Gesundheitsforschung im Auftrag der DAK-Gesundheit . Im Schuljahr 2025/2026 wurden mehr als 30.000 Kinder und Jugendliche an 141 allgemeinbildenden weiterführenden Schulen in 15 Bundesländern befragt.
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