Massenansturm auf die Zelte der Wiesn - O’ zapft is! Das Oktoberfest 2026 ist eröffnet
München – O’ zapft is! Oberbürgermeister Dominik Krause (36) hat im Schottenhamel-Festzelt auf dem Oktoberfest das erste Fass mit zwei Schlägen angestochen. Er hatte Wochen vorher in einer Münchner Brauerei für diesen Moment trainiert. Ministerpräsident Markus Söder bekam die erste Maß gereicht. Das größte Volksfest der Welt hat eröffnet!
Schon um kurz nach 9 Uhr öffnete die Wiesn. Auf die besten Plätze in den Zelten gab es einen Massenansturm. Schon gegen 7 Uhr war die Schlange vor dem Haupteingang Hunderte Meter lang. Einige hatten sogar extra davor übernachtet. Ordner hielten die Menschenmenge an den Eingängen immer wieder kurz zurück, um den Run auf die Zelte zu entzerren.
Das 191. Oktoberfest auf der Wiesn in München steigt jetzt bis zum 4. Oktober.
Jeder Besucher auf dem Volksfest trinkt im Schnitt eine Maß. Das Wiesn-Bier ist tückisch. Bier-Experte Stefan Stang (62) zu BILD: „Mit über 13,5 Prozent Stammwürze und über 6 Prozent Alkohol ist es deutlich stärker als herkömmliches Bier.“ Es stamme aus der Tradition der Märzen-Biere, so der Hauptgeschäftsführer des Verbands der privaten Brauereien in Bayern weiter. „Es hatte mehr Zucker, der sich in Alkohol umwandelt, um es bis in den Herbst haltbar zu machen.“
Kaum ist der erste Tag überstanden, geht es am Tag 2 gleich wieder mit einem noch größeren Umzug weiter. 9000 sogenannte Trachtler aus ganz Deutschland laufen neben 60 festlich geschmückten Wagen her. Für diesen Umzug gibt es noch letzte Tribünenkarten .
Der Eintritt auf dem Oktoberfest ist frei. Doch wer Trachten ganz aus der Nähe sehen will, geht zur Oide Wiesn („alte Wiesn“). Die traditionellen Trachtengruppen trinken ihr Bier dort lieber aus Steinkrügen. Die gibt es nur in diesem nostalgischen Teil des Oktoberfests. Das Gelände kostet Eintritt : 4 Euro (Kinder bis 14 Jahre frei, ab 21 Uhr alle frei). Die Investition lohnt sich. Denn dort kosten die Fahrgeschäfte nur 1,50 Euro: u. a. Kettenflieger, Geisterbahn, „Fahrt ins Paradies“. Die Oide Wiesn entstand 2010 zur 200‑Jahr-Feier des Oktoberfests. Wegen der Begeisterung vor allem der Einheimischen, die dort das Volksfest ihrer Kindheit wiedererlebten, ist sie seitdem fester Bestandteil.
Neu sind dieses Jahr Dreharbeiten für Netflix . Zuvor waren 4000 Komparsen gesucht worden. Sie sollen bei der sogenannten „Romantic-Comedy“ auf der Theresienwiese vor der Kamera stehen.
Tracht oder leger? Es gibt keine Verkleidungs-Pflicht auf der Wiesn. Im Gegenteil: Ursprünglich, das heißt bis in die 90er Jahre, ging man im Anzug, Kleid oder Freizeitdress zum Oktoberfest. Lederhosen und Dirndl sehen zwar hübsch aus, sind aber teuer. Münchner sagen: Besser leger als in einem billigen Imitat. Wer Last-Minute-Tracht auf dem Weg zum Gelände kauft, wird von Einheimischen verpönt.
Zwischen 14,80 Euro und 15,90 Euro kostet die Maß 2026. Das ist im Schnitt fast 2,5 Prozent mehr als im Vorjahr. Das Armbrustschützenzelt, Löwenbräu und die Bräurosl gehören zu den teuersten der großen Bierzelte (Maß jeweils 15,90 Euro). Doch das Bier kann auch mehr als 1 Euro billiger sein . Am billigsten ist die Maß im Museumszelt auf der Oidn Wiesn (14,80 Euro).
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