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Schuljahr in der Ukraine beginnt inmitten russischer Angriffe

Tagesschau Ausland ·
Schuljahr in der Ukraine beginnt inmitten russischer Angriffe

Erster Schultag in der Ukraine Wenn der Krieg das Klassenzimmer erreicht Stand: 01.09.2026 • 10:39 Uhr

Auch in der Nacht vor dem ersten Schultag hat Russland die Ukraine wieder mit Angriffen überzogen. Zwischen Scherben und Luftalarm versuchen Lehrkräfte und Eltern, den Schulalltag der Kinder aufrechtzuerhalten.

Natalia Rewenko hatte sich so auf den ersten Schultag gefreut. Die Lehrerin soll wieder eine erste Klasse übernehmen. Die Eltern waren bereits gekommen und hatten die Schulbücher abgeholt. Doch dann schlug eine russische Rakete in der Gesamtschule Nummer 20 in Kiew ein.

Am vergangenen Donnerstag war das. Deshalb stand Natalia Rewenko in den vergangenen Tagen mit einem Besen in der Hand im Klassenzimmer - und kehrte die Scherben zusammen.

"Ich bin ja froh, dass die Wände, die Decken noch heil sind, aber ich bin so traurig, dass wir am 1. September nicht mit den Kindern in dieses Klassenzimmer können. Das tut weh", sagt sie. An Präsenzunterricht ist für sie erst einmal nicht zu denken. Heute hat sie ihre Erstklässler über das Internet begrüßen müssen.

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Die Rakete explodierte im Schulhof. Am stärksten zerstört sind die Turnhalle und die Mensa. Von ihnen sind nur die nackten Wände übrig.

Militärische Ziele im Umkreis der Schule gibt es nicht. Die Schule ist eine von mehr als 4.000, die Russland in diesem Krieg beschädigt oder zerstört hat.

Auch Eltern kamen in den vergangenen Tagen, um sich ein Bild zu machen. So Mutter Anastasija, die ungläubig auf die Trümmer blickt. Erst vor ein paar Tagen habe sie geholfen, die Fenster zu putzen. Jetzt werde sie helfen, die Scherben aufzusammeln.

"Die Russen wollen uns töten oder psychisch zerstören", so ihr Kommentar. Aber das werde dem östlichen Nachbarland nicht gelingen, meint sie.

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Es gibt viele Indizien dafür, dass Russland gezielt Kultur- und Bildungseinrichtungen in der Ukraine angreift. Dafür spricht, dass in den vergangenen Wochen auch Lagerhallen mit Büchern und Druckereien getroffen wurden. Jedes dritte Buch, das in diesem Jahr in der Ukraine gedruckt wurde, sei vernichtet, rechnete die BBC nach. Hunderttausende Schulbücher sind kurz vor Schulbeginn verbrannt.

Auch Roman Feschtschuk ist nach dem Angriff zur Gesamtschule Nummer 20 geeilt. Er ist Direktor einer Schule ganz in der Nähe. "In unserem Viertel ist es üblich, dass wir uns gegenseitig helfen", meint er.

Außerdem habe er ja Erfahrung damit, solche Schäden zu beseitigen. Denn auch seine Schule wurde bei einem russischen Angriff beschädigt - im Mai. Dort findet ab heute wieder Präsenzunterricht statt. Immerhin 21 Klassenzimmer, etwa die Hälfte, sind wieder instandgesetzt.

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