Widerliche Aussagen von Besucherin - Frau beschwert sich über KZ, dass Kaffee zu teuer ist
Auschwitz (Polen) – Die allermeisten Besucher des Konzentrationslagers Auschwitz fühlen nichts als blankes Entsetzen über das Vernichtungslager der Nazis, in dem mehr als eine Million Menschen systematisch gequält und ermordet wurden. Eine britische Touristin allerdings hatte ganz andere Probleme: Ihr war der Besuch zu teuer und der Service zu schlecht!
Wie die englische Zeitung Times berichtet, veröffentlichte die Frau namens Lynne auf TikTok ein Video, in dem sie mit ihrer Tochter in dem kleinen Café am Besucherzentrum des KZ sitzt. Doch Lynne will nicht von den Gräueltaten berichten, die der Ort dokumentiert, nicht über das Leid der Menschen, nicht über die Toten. Ihr waren eigentlich nur die Getränke zu teuer.
In dem kurzen Video erzählt sie sichtlich aufgebracht, dass sie eigentlich Kaffee trinken wollten, es aber keinen entkoffeinierten gab und nur Kuhmilch. Deshalb trank Lynne einen Erdbeer-Smoothie („sehr verwässert“), ihre Tochter eine Limonade („Tatsächlich schmeckt sie wie Toilettenreiniger“). Lynne: „Jedenfalls haben wir dafür neun Pfund bezahlt, für die beiden Getränke. Nur für zwei kleine Flaschen: neun Pfund. Ziemlich teuer.“ 9 Pfund sind etwa 10,47 Euro. Dafür sei das Taxi vom Bahnhof ein echtes Schnäppchen gewesen.
Lynnes Tipp für Besucher des Holocaust -Mahnmals: „Wenn ihr also nach Auschwitz kommt, bringt euch etwas zu essen und zu trinken mit.“ Wie gedankenlos solch eine Formulierung ist, war der Urlauberin vermutlich nicht klar: Denn in den Konzentrationslagern ließen die Nazis Gefangene auch systematisch verhungern. Der schreckliche Hungertod war eine der häufigsten Todesursachen in Auschwitz.
Das Video wurde inzwischen 4,2 Millionen Mal angeklickt und die Besucher sparen nicht mit bissigen Kommentaren. Einer meint ironisch: „Niemand weiß besser, was Leiden bedeutet, als diese beiden Damen.“ Andere werden sehr viel deutlicher: „Das ist nicht Disneyland, du Idiotin!“ Und eine Nutzerin bringt es auf den Punkt: „Das ist wirklich das Einzige, was ihr von diesem Besuch in Erinnerung geblieben ist?“
Ein Sprecher des Museums Auschwitz-Birkenau sagte der Times zu dem Videoskandal, dass das Café von einem externen Betreiber geführt werde, die Preise klar ausgewiesen seien: „Für uns bleibt der entscheidende Punkt, dass die Menschen die Gedenkstätte Auschwitz besuchen, um etwas über die Geschichte des deutschen nationalsozialistischen Konzentrations- und Vernichtungslagers zu erfahren, sich mit dem Schicksal seiner Opfer auseinanderzusetzen und ihrer zu gedenken.“
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