„Sehr gutes Verhältnis“ zu Diktator Kim - Trump kürzt Militärübung mit Südkorea
Washington/Seoul/Pjöngjang – Der US-Präsident fährt die gemeinsamen Militärübungen mit Südkorea zurück und begründet das ausgerechnet mit seinem guten Verhältnis zu Nordkoreas Diktator Kim Jong Un.
Auf seiner Plattform Truth Social schrieb Trump, er sei „nicht glücklich“ darüber, dass die USA seit Jahren an gemeinsamen Manövern mit Südkorea teilnehmen. Die Übungen seien teuer, würden größtenteils von den USA bezahlt und sendeten ein „völlig unangemessenes und feindseliges Signal“ an Nordkorea.
Trump weiter: „Aufgrund meines sehr guten Verhältnisses zu Kim Jong Un “ habe er Kriegsminister Pete Hegseth angewiesen, die Übungen deutlich zu verkleinern. Eine komplette Absage sei nicht mehr möglich gewesen, da das Manöver bereits begonnen habe.
Die Aussage kommt zu einem heiklen Zeitpunkt. Denn Nordkoreas Machthaber droht Südkorea regelmäßig mit militärischer Gewalt und bezeichnet den demokratischen Nachbarn als „Hauptfeind“. Zugleich hat Pjöngjang sein Atomprogramm in den vergangenen Jahren weiter ausgebaut und unterstützt Russland im Krieg gegen die Ukraine.
Trotzdem setzt Trump weiter auf persönliche Diplomatie. Bereits am Wochenende hatte er ein Foto veröffentlicht, das ihn Seite an Seite mit Kim zeigt, und erneut die besondere Beziehung zwischen beiden hervorgehoben.
Hintergrund: Seit Montag läuft die neueste Ausgabe des Militärmanövers „Ulchi Freedom Shield“. Tausende Soldaten aus Südkorea und den USA nehmen daran teil. Nach Angaben der südkoreanischen Nachrichtenagentur Yonhap wurde der Umfang bereits reduziert. Statt 17 Feldübungen sind nur noch 14 geplant.
Für Südkorea sind die Manöver ein zentraler Bestandteil der Abschreckung gegen den nuklear bewaffneten Nachbarn. Nordkorea sieht die Übungen dagegen seit Jahren als Provokation und reagiert häufig mit scharfen Drohungen oder Raketentests.
Trump überraschte in seinem Beitrag außerdem mit einer weiteren Spitze gegen Seoul . Er habe den südkoreanischen Präsidenten gefragt, ob sich dessen Land den amerikanischen Bemühungen zur Denuklearisierung des Iran anschließen wolle. Die Antwort sei gewesen: „Nein danke.“
Schon in seiner ersten Amtszeit hatte Trump mehrfach den direkten Kontakt zu Kim gesucht. Beide trafen sich zu historischen Gipfeln in Singapur , Hanoi und an der innerkoreanischen Grenze. Ein Durchbruch im Atomstreit gelang damals allerdings nicht.
Jetzt sendet Trump erneut ein Signal Richtung Pjöngjang. Und das dürfte in Seoul für erhebliche Unruhe sorgen. Eigentlich will Washington die Militärpräsenz im Pazifik als Gegengewicht zu China und Nordkorea ausbauen. Doch nun spricht Trump davon, die gemeinsamen Manöver könnten sogar ganz wegfallen.
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