Insider-Kolumne von Max Schrader - Besiegelt! 230-Millionen-Mann fliegt raus
Die erste Woche in der NFL ist gerade erst vorbei und schon steht fest, dass ein Quarterback zeitnah auf die Bank wandern wird. Es geht um Deshaun Watson und die Cleveland Browns.
Der einstige Quarterback-Durchstarter, der für drei Firstrundenpicks von den Houston Texans geholt und mit einem gewaltigen Fünfjahresvertrag über 230 Millionen Dollar ausgestattet wurde, legte erneut einen enttäuschenden Start hin. Gegen die Jacksonville Jaguars kassierten die Browns eine 10:34‑Abreibung.
Wäre es nach Neu-Trainer Todd Monken gegangen, hätte Watson sogar gar nicht gespielt. Denn wie ich erfahren habe, war es allein Eigentümer Jimmy Haslam, der den Quarterback spielen sehen wollte. Haslam soll bereits bei den Jobgesprächen mit neuen Kandidaten deutlich gemacht haben, dass Watson zunächst starten wird.
Doch warum? Einerseits hoffen die Browns, dass das Horror-Experiment doch noch irgendwie aufgeht und eine Erfolgsgeschichte wird. Andererseits brauchen sie Watsons Entgegenkommen.
Denn: Der Vertrag des Quarterbacks wurde in den vergangenen Jahren immer wieder so gestaltet, dass er erst nach Vertragsende richtig teuer wird. Watson ist offiziell in der kommenden Saison Free Agent. Allerdings wurde sein Vertrag gestreckt und würde mit 85 Millionen Dollar gegen den Salary Cap zählen. In den Jahren darauf kommen noch weitere 50 Mio. Dollar.
Deshalb wäre es für die Browns kurioserweise am besten, wenn das Team seinen Vertrag um ein Jahr verlängern würde. So könnte man Watson anschließend entlassen, um das restliche Gehalt über zwei Jahre aufteilen zu können – ein beliebtes Mittel, um Horror-Zahlen zu umschiffen.
Denn: Bereits nach dem Spieltag ist der Versuch – auf eine langfristige Lösung MIT Watson – gescheitert. Wie ich gehört habe, wird Watson am kommenden Wochenende bei den Tampa Bay Buccaneers noch starten. Danach wandert er auf die Bank und Shedeur Sanders übernimmt. Allen Beteiligten ist klar: Der 230-Millionen-Mann fliegt aus der Startformation.
Pikant dabei: Erst in Woche 3 gibt es für die Browns ein Heimspiel. Befürchtet wird, dass Watson zu Hause nur ausgepfiffen werden würde. Eine Chance auf Wiedergutmachung? Unvorstellbar!
Und das liegt nicht nur an seiner Leistung auf dem Feld. Mehr als zwei Dutzend Frauen erhoben einst Vorwürfe wegen sexuellen Fehlverhaltens gegen den Quarterback. Zwar wurde er nie strafrechtlich angeklagt, die NFL sperrte ihn dennoch für elf Spiele und belegte ihn mit einer Geldstrafe von fünf Millionen Dollar. Für viele Browns-Fans war die Verpflichtung deshalb vom ersten Tag an ein Fehler.
Vier Jahre später ist klar: Das teuerste Experiment der Franchise-Geschichte endet mit einem Scherbenhaufen. Klassisch die Browns eben.
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