Mikroplastik in Obst und Gemüse: Sorgt deutscher Müllexport in die Türkei für "toxischen Kreislauf"?
Die Türkei hat ein Müllproblem, und damit auch wir in Deutschland. Denn der Abfall kommt von hier - und nach einiger Zeit in mikroskopisch kleinen Happen auch wieder zurück. Die Verschmutzung könnte bald noch deutlich zunehmen.
Türkische Tomaten werden nach Deutschland und in andere europäische Länder exportiert. In der Nähe der Felder befinden sich mancherorts Recyclinganlagen - und auch Deutschland schickt jährlich Tausende Tonnen Plastikmüll zur Verwertung in die Türkei. Der Biologe Sedat Gündogdu von der Cukurova-Universität in Adana geht von einem "toxischen Kreislauf" aus: Über Mikroplastik, das von Pflanzen auf den Feldern aufgenommen wird, gelange ein Teil des Mülls wohl wieder nach Deutschland zurück.
Gündogdu interessiert sich dafür, woher der Müll stammt, der in der türkischen Umwelt landet. "Kunststoff zu recyceln, ist ein sehr kostspieliger Prozess", erklärt er. Der Anreiz zu nicht fachgerechter Entsorgung könne darum groß sein.
Nach einer Auswertung des Basel Action Network (BAN) auf Grundlage von Handelsdaten exportierte Deutschland 2025 rund 814.000 Tonnen Kunststoffabfälle und lag damit in dieser Auswertung weltweit an erster Stelle. Knapp 19 Prozent davon gingen in die Türkei. Insgesamt importierte das Land nach BAN-Angaben in dem Jahr rund 500.000 Tonnen Plastikmüll allein aus der EU.
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