Rüstung: Marine soll auch viertes neues Aufklärungsschiff bekommen
Nach dem Scheitern eines großen Marine-Bauprojektes gibt es gute Nachrichten für Schiffbauer in Vorpommern.
Der Bundesverteidigungsminister gab einen neuen Neubau-Auftrag bekannt.
Drei neue Aufklärungsschiffe für die Deutsche Marine sind bereits im Bau, nun soll die Marine auch noch ein viertes neues Schiff der Klasse 424 erhalten.
Das gab Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) bei einem Besuch der Peene-Werft im vorpommerschen Wolgast bekannt. „Der Auftrag ist auf dem Weg ins Parlament“, sagte er. „Diese Boote können hören und sehen, was anderen verborgen bleibt“, sagte der Minister.
Anlass seines Besuchs war die feierliche Kiellegung des dritten neuen Flottendienstbootes. „Sie stellen eine strategisch extrem wichtige Aufklärungsfähigkeit für unsere gesamten Streitkräfte bereit.“ Die 130 Meter langen Schiffe werden mit modernster Sensorik ausgestattet und sollen zur elektronischen Aufklärung und Informationsbeschaffung eingesetzt werden.
Die aktuellen Flottendienstboote befinden sich seit mehreren Jahrzehnten in Dienst und sollen ab 2029 durch die neuen Schiffe ersetzt werden.
Am Bau und der Ausrüstung der neuen Schiffe sind auch Werften im niedersächsischen Lemwerder und Hamburg beteiligt.
Gescheitertes Fregattenprojekt betrifft auch Wolgast Pistorius sprach von einer Welt, „in der die Informationshoheit, die Datenhoheit immer stärker und immer eindrucksvoller über Sicherheit und Handlungsfähigkeit entscheiden wird“.
Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine führe das jeden Tag vor Augen.
Gleichzeitig nähmen hybride Bedrohungen zu. „Kritische Infrastruktur wird ausgespäht und sabotiert.“ Dass nun auch ein viertes neues Flottendienstboot kommen soll, sei „eine gute Nachricht für den Standort“, sagte Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD).
Das Scheitern des milliardenschweren F126-Fregattenprojekts hatte in Wolgast, wo auch an diesem Projekt gearbeitet worden war, für Verunsicherung gesorgt.
Nach Angaben eines Werft-Sprechers drohte ab Mitte kommenden Jahres eine Unterauslastung in Wolgast.
Auf dem Gelände lagern gut sichtbar große bereits gefertigte Rumpfsegmente, die eigentlich für die Fregatten gedacht waren.
Rheinmetall will Arbeitsplätze halten und ausbauen „Wir wollen natürlich unbedingt unsere knapp 500 Arbeitsplätze hier erhalten, und nicht nur erhalten, sondern wir wollen sie ausbauen“, sagte Rheinmetall-Chef Armin Papperger.
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