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Billiger, elektrisch, bereit: Chinas Lkw-Hersteller nehmen Europa ins Visier

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Billiger, elektrisch, bereit: Chinas Lkw-Hersteller nehmen Europa ins Visier

Chinesische Hersteller drängen mit günstigen Elektro-Lkw auf den europäischen Markt. Erste Spediteure testen die Fahrzeuge bereits - und stellen Daimler Truck, MAN & Co. vor eine unangenehme Frage: Warum soll jemand noch ihren teureren Lkw kaufen?

Die Spedition Dold aus Buchenbach will ihren Beitrag zum Klimaschutz leisten: Binnen fünf Jahren soll die Hälfte ihrer Flotte von 40 Lkw von Verbrenner- auf Elektrolaster umgestellt werden. Die ersten drei von Daimler und MAN sind schon im Einsatz, zunächst nur geleast. Denn Seniorchef Oskar Dold ist die Anschaffung noch viel zu teuer. "Es kann nicht sein, dass ein elektrischer Lkw mehr als doppelt so viel kostet wie ein Diesel", sagt Dold und fordert von den Verkäufern: "Macht was an euren Preisen!" Der eActros von Daimler habe 295.000 Euro gekostet - im Vergleich zu 130.000 Euro für einen Diesel.

Da es jedoch wenig Entgegenkommen gab, sah sich der Spediteur nach Alternativen um und stieß auf den chinesischen Baumaschinenhersteller Sany. "Wenn der Chinese es qualitativ ähnlich hinkriegt und der Preis 30 Prozent niedriger ist, warum soll ich dann einen deutschen Lkw fahren?" Eine Testwoche mit dem 40-Tonner stellte Dold zufrieden, was den Batterieantrieb betrifft. Die Fahrerkabine sei kein rollendes Wohnzimmer wie bei den deutschen Anbietern, für die bei Dold übliche Einsatzzeit von einer Schicht aber in Ordnung. Und Sany habe auch ein interessantes Angebot, die speditionseigene Werkstatt für Wartung und Reparatur auszustatten und Personal zu schulen.

So wie Dold denken mittlerweile viele Transportunternehmer, die scharf rechnen müssen, um Geld zu verdienen. Jeder zweite Flottenbetreiber in Europa ziehe den Kauf einer chinesischen Marke in Betracht, ergab eine Umfrage der Unternehmensberatung McKinsey. Auf der Nutzfahrzeugmesse IAA Transportation in dieser Woche in Hannover sind mit zehn Lkw-Bauern aus China etwa so viele wie aus Europa und den USA vertreten. Die Chinesen bieten laut McKinsey ihre Lkw 30 bis 40 Prozent billiger an als die Europäer. Vorteile in der Batterietechnik, schnellere Entwicklung und hohe Stückzahlen in China, wo der E-Anteil bei Nutzfahrzeugen schon bei 30 Prozent liegt, machen es möglich. In Europa waren im ersten Halbjahr erst rund fünf Prozent der neuen Lkw elektrisch. Die Europäer halten bei niedrigen Stückzahlen die Preise hoch, um milliardenschwere Investitionen hereinzuholen. Bis jetzt ist kaum ein E-Brummi aus China auf der Straße. Doch McKinsey-Experte Matthias Kässer sagt zweistellige Marktanteile für die Chinesen in Europa bis 2035 voraus.

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