Huthis kontrollieren wichtige Meerenge - Liefer-Schwierigkeiten wegen Jemen-Terroristen?
Berlin – Angst vor neuen Preissteigerungen und Lieferschwierigkeiten drei Monate vor Weihnachten! Die Huthi-Miliz hat eine der wichtigsten Handelsadern der Welt erobert: die Meerenge Bab al-Mandab am Eingang zum Roten Meer. Durch die Passage werden jedes Jahr Waren aus Asien nach Europa transportiert – im Wert von abermilliarden Euro. Smartphones, Turnschuhe, Spielzeug – aber auch überlebenswichtige Medikamente und Rohstoffe für unsere Industrie. Die große Sorge: Erwartet uns gut drei Monate vor Weihnachten der nächste Teuer-Schock oder kommt es gar zu Lieferengpässen?
Die gute Nachricht: Die Meerenge ist nicht unverzichtbar. Sollten die Huthi-Terroristen die Meerenge vollständig blockieren, könnten die Frachter ausweichen: „Die Alternative führt um das Kap der Guten Hoffnung und damit einmal um Afrika herum“ so der Verband der Deutschen Reeder zu BILD. Er gibt Entwarnung: „Die Schifffahrt ist ausgesprochen krisenerprobt. Sie hat in den vergangenen Jahren immer wieder bewiesen, dass sie Lieferketten auch unter schwierigen Bedingungen aufrechterhalten kann.“
Das bestätigen auch die Wirtschaftsexperten vom Ifo‑Institut: „Anders als bei der Straße von Hormus existiert hier jedoch eine Ausweichroute. Zwar verzögert der Umweg die Lieferketten, ein vollständiger Importstopp für den deutschen Markt droht dadurch aber nicht.“ Entwarnung!
ABER: Dieser Umweg könne die Reise um ein bis zwei Wochen verlängern. „Das hält Lieferketten am Laufen, kostet aber erheblich mehr Zeit und Geld.“ Wie sich die Mehrkosten für die längere Fahrt auf die Verbraucherpreise auswirken? Laut Experten eher unerheblich. Beispiel iPhone: Hier kommen 1,5 Cent Transportkosten pro Handy dazu.
Auch die Einzelhändler rechnen nicht mit Lieferschwierigkeiten. „Weder kurz- noch mittelfristig sind sichtbare Engpässe zu erwarten“, so ein Sprecher des Handelsverbandes Deutschland (HDE) zu BILD. Bedeutet: Niemand muss Angst haben, in bald keinen Fernseher, T-Shirts oder Tee im Laden zu finden.
„Die uns vorliegenden Daten zeigen aktuell eine stabile Versorgungslage.“ sagt das zuständige Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte BILD.
Sollte die Lage in Bab al-Mandab länger anhalten, könnten die Deutschen das allerdings auch im Portemonnaie spüren: „Kritisch würde die Situation insbesondere dann, wenn auch die zuletzt wieder zunehmenden Containerverkehre durch den Suezkanal erneut vollständig auf die längere Route um Afrika ausweichen müssten“, so eine Sprecherin des Bundesverbandes Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen (BGA). Auch laut dem Verband der Autoindustrie (VDA) werden die Auswirkungen vor allem „von der Dauer des Konflikts bestimmt“.
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