Chance für 68 Mio. Verbraucher - Der Trick, mit dem Sie Ihre Schufa-Altdaten sehen
Millionen Deutsche holen sich jedes Jahr ihre kostenlose Schufa-Auskunft („Datenkopie“) und glauben: Jetzt kenne ich meine ganze Akte. Doch genau das ist ein Irrtum. Denn die Schufa speichert nach eigenen Angaben nicht nur aktuelle Daten von rund 68 Millionen Verbrauchern, sondern auch ältere Bonitätsdaten. Diese historischen Informationen tauchen in der üblichen Auskunft nicht automatisch auf. Wer diese Daten sehen will, muss ausdrücklich danach fragen. BILD zeigt, wie das geht. Die Schufa gibt exklusiv eine Formulierungshilfe.
Worum geht es? Es tobt ein neuer Rechtsstreit um die Schufa . Es geht um die sogenannte „Schattendatenbank“. Die österreichische Datenschutzorganisation Noyb behauptet, die Schufa habe einen Keller voller angeblich gelöschter Daten (bis zu 10 Jahre alt). Die Daten werden aber wohl nur ausgeblendet und verschwinden so aus dem Blickfeld der Verbraucher, nicht jedoch aus den Systemen der Schufa.
„Wir speichern historische Daten deshalb, um gesetzliche und regulatorische Anforderungen zu erfüllen“, hält die Wirtschaftsauskunftei dagegen. Auf den Score der Verbraucher und damit auf die Kreditwürdigkeit hätten die Altdaten keinen Einfluss (BILD berichtete).
Doch die Schufa ist alarmiert. Denn Noyb sammelt bereits Interessenten für eine mögliche Sammelklage. Der Vorwurf: Verbraucher hätten bei Auskunftsanfragen die historischen Bonitätsdaten nicht zu sehen bekommen. Damit habe die Schufa millionenfach das Auskunftsrecht verletzt, so die Organisation. Das weist die Mega-Auskunftei zurück. Allein im Jahr 2025 hat die Schufa rund 2 Millionen Datenkopien versandt.
Um das „Schattenarchiv“ zu öffnen, gibt es bereits jetzt einen Weg. Auf BILD-Anfrage hat die Schufa den Wortlaut genannt, mit dem Verbraucher gezielt Auskunft über diese Daten verlangen können:
Erst durch diese Formulierung erfährt die Schufa, dass ausdrücklich auch die archivierten Daten gemeint sind. Eine Sprecherin der Auskunftei versichert: „Wenn sich Ihre Leser mit der Bitte nach konkretisierten Informationen an uns wenden, erhalten sie spätestens nach drei Monaten diese Auskunft von uns.“
Historische Bonitätsdaten können zeigen, welche Informationen die Auskunftei früher über Verbraucher gespeichert hatte und wie sich Bonitätseinschätzungen im Laufe der Zeit verändert haben. Ohne eine gezielte Nachfrage bleiben diese Daten für die meisten Kunden unsichtbar.
Wer die bekannte Datenkopie plus die Altdaten einsehen will, kann diesen Musterbrief nutzen:
Die Schufa hat bereits öffentlich um Entschuldigung gebeten, mit der „Schattendatenbank“ nicht offener umgegangen zu sein. Die Auskunftei will 2027 ihr Auskunftsverfahren verbessern. Das bedeutet: Altdaten sollen in jeder Kommunikation und in der Datenkopie auftauchen. Gleichzeitig sollen die Auskünfte übersichtlich und verständlich bleiben.
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