Gen Z: So viel arbeiten junge Menschen – die guten News der Woche
Mein Kollege Lukas Hildebrandt ist 31 Jahre alt und gehört damit noch knapp zur Gen Z. Und dass diese faul ist, hört er immer wieder. Jetzt hat Lukas herausgefunden, was er schon lange weiß: Das stimmt nicht. Für den SPIEGEL hat er es aufgeschrieben.
Da ist die Erwerbsquote, die unter den jungen Menschen seit Jahren steigt.
Sie war von 1995 bis 2015, also über zwei Jahrzehnte hinweg, auf 69,7 Prozent gesunken. Von 2015 – dem Jahr, in dem die erste Kohorte der Generation Z in diese Altersgruppe vorrückte – bis 2025 stieg sie jedoch um 7,1 Prozentpunkte auf 76,8 Prozent.
Die 20- bis 24-Jährigen sind heute so stark am Arbeitsmarkt beteiligt wie seit Jahrzehnten nicht, schreibt Lukas.
Er hat mit der Studentin Lena Bernhardt gesprochen, sie hat zwei Jobs, um sich ihr Leben finanzieren zu können. Die managt sie, genau wie ihr Psychologiestudium. Ob sie faul ist? Sich nur für Freizeit interessiert? Arbeit sie stresst?
Der Vorwurf, dass ihre Generation sich mehr Work-Life-Balance wünsche, sei nicht ganz falsch, erzählt Bernhardt. »Mein Vater mochte seinen Job nicht sonderlich gern. Auf einem Kalender im Büro strich er jede Woche durch, die er seiner Rente näherkam.« Dafür habe er durchgehalten.
»Ich will die nächsten 50 Jahre nicht aufstehen und keine Freude an der Arbeit haben, mit der ich den Großteil meiner Lebenszeit verbringe«, sagt Bernhardt. Sie will also einen Job, den sie gern macht. Dafür arbeitet sie. Das ist nicht faul, sondern klug.
Eine Erklärung, warum seine und Bernhardts Generation trotzdem als Weichei-Freizeit-Jammerlappen-Generation gilt, findet er im Gespräch mit der Soziologin Mayer-Ahuja.
»Den Reflex, die Jugend faul zu nennen«, sagt Mayer-Ahuja, »gibt es seit der Antike.«
Fast jede Generation galt einmal als faul, schreibt Lukas. Schon 2010 fassten US-Forschende die damaligen Vorwürfe gegen Millennials zusammen. Sie seien selbstbezogen, unmotiviert, ungeduldig, respektlos. Vieles davon war populäre Wahrnehmung, aber kaum belegt.
In den Neunzigerjahren war die Generation X die Problemjugend. »Slacker« nannte man junge Menschen, die ziellos, zynisch, karrierefern und ohne Ehrgeiz abseits der Leistungsgesellschaft lebten. Auch die 68er wurden mit Arbeitsverweigerung verbunden.
8 Min Zur Merkliste hinzufügen Was diese Woche noch gut war – für die Welt: Update Diese Nachricht dürfte vor allem junge Eltern freuen. Spotify hat im Menü »Einstellungen und Datenschutz« unter »Inhalte und Darstellung« einen kleinen neuen Schalter mit großer Wirkung eingefügt. Damit lässt sich Kindermusik künftig aus den Mixtapes und Jahresrückblicken ausschließen. Mehr dazu lesen Sie hier .
Erholung Das Ozonloch über der Antarktis wird kleiner. 2025 war das zweite Jahr in Folge, in dem sowohl die horizontale Ausdehnung des Lochs als auch die Tiefe deutlich unter dem Durchschnitt der Jahre 1990 bis 2010 lagen. Das berichtet die Weltwetterorganisation (WMO) .
Antrittsrede Der neue DFB-Bundestrainer hat seinen neuen Kader vorgestellt – und Jürgen Klopp nutzte die Pressekonferenz für ein paar Gedanken zur politischen Lage in Deutschland. Vor allem will er »Nationalstolz nicht den Falschen überlassen«.
5News hat diese Zusammenfassung aus dem öffentlichen Feed der Quelle übernommen. Der vollständige Artikel mit allen Details steht auf www.spiegel.de — der Inhalt gehört Der Spiegel Ausland.