Wer kauft denn so was? - Kult-Bäcker verlangt 51 Euro für ein Brot
New York (USA) – Wer beim Bäcker schon über ein 5-Euro-Brot staunt, sollte diesen Laden besser meiden: In Manhattan kostet ein einziger Laib umgerechnet 51 Euro. Und trotzdem stehen die Kunden Schlange.
New York ist bekannt für große Träume, große Namen und große Preise. Jetzt sorgt dort ausgerechnet ein österreichischer Bäcker für Aufsehen: Martin Auer aus Graz verkauft Brot zum Luxus -Tarif. Für 60 Dollar (rund 51 Euro) bekommen Kunden in seinem Geschäft ein 1,5 Kilogramm schweres Bio-Roggenbrot aus österreichischem Getreide. Selbst im „Big Apple“, wo vieles teuer ist, sorgt der Preis für Gesprächsstoff.
Den Laden in der 285 Lafayette Street betreibt Auer mit seinem Sohn Tim und einem Team vor Ort. Mitten im New Yorker Trend-Viertel SoHo, wo Edel-Boutiquen und Designermarken die Mieten in die Höhe treiben, setzt er auf ein deutlich bodenständigeres Produkt: Brot . Der Preis allerdings passt zur noblen Nachbarschaft: „Wir wollten nie einfach eine weitere Bäckerei in New York eröffnen“, sagte Auer dem Magazin „Gault&Millau“. Stattdessen konzentriere man sich auf das, worin man außergewöhnlich gut sei: 100‑prozentiges Bio-Roggen-Sauerteigbrot.
Mit diesem Konzept wagt Auer nun erstmals den Schritt ins Ausland. „Rye bei Martin Auer“ ist die 43. Filiale des erfolgreichen Geschäftsmannes, aber die erste außerhalb Österreichs. Sein Plan ist dabei radikal einfach: Es gibt im Kern nur das eine Produkt, im Ganzen, halbiert oder geviertelt oder als belegte Stulle. Der Preis soll auch die aufwendige Herstellung widerspiegeln. Denn hochwertiges Sauerteigbrot reift lange, damit es ein kräftiges Aroma entwickelt. Die Zutaten: Wasser, Mehl, Salz und Zeit. Der Teig fermentiert bis zu 24 Stunden.
Übrigens: In der Heimat kostet ein Brot von ihm weniger als 10 Euro – auch das finden manche Kunden schon happig. In New York lästern Gegner, es sei obszön, ein Grundnahrungsmittel zum Designprodukt zu machen.
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