Nächstes Drama um Hamilton: Wunderkind Antonelli gewinnt Formel-1-Zoffrennen in Madrid
Wundertalent Kimi Antonelli hat die Rückkehr der Formel 1 nach Madrid zu einer weiteren triumphalen Fahrt Richtung Weltmeister-Titel genutzt. Der 20 Jahre alte Italiener raste in seinem Mercedes zum achten Saisonsieg und profitierte im Kampf um die Krone auch von einem Bremsen-Drama um Lewis Hamilton von Ferrari.
Der Rekordweltmeister musste seinen Wagen nach wenigen Runden in der Garage abstellen und liegt nun mehr als 100 Punkte als Dritter im Klassement hinter Antonelli. Zweiter auf dem Kurs in der spanischen Hauptstadt wurde auch vor den Augen von König Felipe VI. der viermalige Weltmeister Max Verstappen im Red Bull vor Titelverteidiger Lando Norris in einem für ihn unglücklich verlaufenen Rennen.
In der Gesamtwertung konnte Antonelli auch den Vorsprung auf seinen Teamkollegen George Russell vergrößern. Der Brite wurde Fünfter in Madrid und liegt nun auch satte 81 Zähler hinter seinem italienischen Stallrivalen.
Die Befürchtungen waren groß. Was passiert auf diesem superschnellen, aber so engen Kurs? Überholen unmöglich? Chaos pur? Die Rückkehr der Motorsport-Königsklasse nach Madrid wollte sich vor allem auch die Sport-Prominenz nicht entgehen lassen.
Real Madrid war gleich mit einer generationenübergreifenden Weltauswahl ehemaliger und aktueller Stars von Roberto Carlos und Zinedine Zidane bis Jude Bellingham vertreten. Kein Wunder: Das Trainingszentrum liegt direkt neben dem Kurs und am Abend vorher feierten die Königlichen einen 4:1-Sieg gegen Rayo Vallecano.
Geboten bekamen sie wie die rund 100.000 Zuschauer auf dem Circuito Madring in der ersten Runde gleich maximale Action. Polesetter Norris versuchte vehement, seine Spitzenposition zu verteidigen. Ähnlich vehement versuchte Antonelli vorbeizukommen und musste in der Schikane ausweichen. Ebenso Verstappen gegen Hamilton. Immerhin: keiner crashte. Aber ein paar kochten. Hamilton funkte: "Max muss die Position zurückgeben." Verstappen funkte: "Hamilton ist fast in mich reingekracht."
Vorn entging Norris vorerst weiteren Attacken. Mit einer Fabelrunde hatte der Weltmeister sich die Pole am Tag zuvor geholt - die dritte in den vergangenen vier Grand Prix. Dahinter bekam Verstappen die Ansage vom Team, Antonelli und Hamilton wieder überholen zu lassen wegen des Abkürzens. So sollte er einer möglichen Strafe entgehen. "Was redet ihr da? Wenn ich nicht Platz gemacht hätte, wäre ich nicht mehr im Rennen." Die Plätze gab er dann aber doch zurück.
Damit nicht genug. Auf einmal meldete Hamilton Bremsprobleme. Den Kampf um den achten WM-Titel hatte er bereits in der vergangenen Woche nach Antonellis Sieg in Monza mehr oder weniger abgehakt, als er nur Sechster geworden war. In Madrid kam er nicht mal ins Ziel. Durch die Bremsprobleme wurde er nach hinten durchgereicht. Mit Mühe schafft es Hamilton in die Box. "Ich kann den Wagen kaum stoppen", funkte er und berichtete später: "Das Pedal hat irgendwie einen Ruck gemacht."
Erstmal durchatmen. Die Premiere in Madrid entwickelte sich durchaus zu einem packenden Rennen. Denn kaum hatte sich die erste Aufregung gelegt, blieb Lance Stroll mit seinem Aston Martin liegen. Es kam zu einer virtuellen Safety-Car-Phase.
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