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Müssen Ultras umziehen? - Urteil sorgt für Kurvenwirbel bei Ost-Klub

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Müssen Ultras umziehen? - Urteil sorgt für Kurvenwirbel bei Ost-Klub

Wird diese Klage des FC Carl Zeiss Jena vor dem Verwaltungsgericht Gera zum Eigentor für den Thüringer Traditionsklub? Der FCC ging gegen einen Bescheid der Stadt Jena vor, der vorsieht, die Kapazität der Ultra-Südkurve und des Gästeblocks bei Risikospielen zu begrenzen. Die Richter gaben dem Ansinnen der Jenaer sogar recht – in der Urteilsbegründung aber findet sich mächtig Zündstoff.

Klar ist: Auf lediglich 90 Prozent des Fassungsvermögens dürfen die Sicherheitsbehörden künftig den Zugang beschränken. Die Stadt Jena kündigt schon mal an: „Wir werden die verfahrens- und begründungsbezogenen Anforderungen des Gerichts vollständig umsetzen.“ Ab sofort dürfen also mehr Fans in den Gästebereich und die Südkurve. Eine Halbierung des Gästekontingents wie im Mai gegen Rot-Weiß Erfurt ist nicht mehr möglich.

Aber: Das Gericht führt in seiner Begründung als „milderes Mittel gegenüber einer Kapazitätsbegrenzung die gefahrenreduzierende Verlegung der aktiven Fanszene“ an. Heißt: Den Ultras könnten bei bestimmten Spielen aus der Südkurve fliegen. So zumindest interpretiert die Stadt Jena das Urteil. Im Prozess hätten sowohl der FCC als auch die Stadt erklärt, „dass es keine Zusage, keinen Vertrag und keine sonstige rechtsverbindliche Erklärung gibt, nach der der aktiven Heimfanszene der Block N in der Südkurve vorzuhalten wäre.“ Die Stadt werde künftig jedes Heimspiel einzeln bewerten, den Verein und die Behörden anhören und dann entscheiden, kündigt Sicherheitsdezernent Benjamin Koppe (CDU) an: „Wer die volle Kapazität für Risikospiele fordert, kann sie bekommen, aber eben nicht mit aktiver Fanszene fünfzig Meter neben dem Gästeblock.“

Die Stadt teilt mit, dass nun eine veränderte Prüfreihenfolge gelte: „Wo die unmittelbare Nachbarschaft zweier verfeindeter aktiver Fanszenen auf derselben Tribüne, das Eskalationsrisiko erzeugt, ist künftig nicht in erster Linie die Zuschauerzahl zu senken, sondern der Abstand zu vergrößern“, heißt es in einem Statement. Und noch klarer: „Ergibt die Prüfung, dass die räumliche Nähe der maßgebliche Risikofaktor ist, wird die Verlegung der aktiven Heimfanszene in einen deutlich weiter vom Gästebereich entfernten Stadionbereich angeordnet werden müssen.“

So einfach wird's aber nicht werden. Denn das Gericht hat der Stadt ein enges Korsett verpasst, auch andere Möglichkeiten prüfen zu müssen. Zudem gleicht die Südkurve schon jetzt einem Hochsicherheitstrakt mit Fangnetzen und Zäunen, die es so woanders im Stadion nicht gibt. Zur Wahrheit gehört auch, dass verfeindete Ultras gern den Konflikt mit den Jenaern suchen, weil sie wissen, dass sie so deren Heimat im Süden gefährden.

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