Laut Wohnpsychologin brauchen Sie vielleicht kein Esszimmer, sondern einen Yogaraum
In Anlehnung an die Maslowsche Bedürfnispyramide lassen sich sechs Wohnbedürfnisse unterscheiden. Erfahrungsgemäß sind bei den meisten Menschen zwei davon besonders stark ausgeprägt:
Die Wohnpsychologin Inka Aniol steht für Unterhaltung, Wissen und Mehrwert zu den Themen Wohnen, Psychologie und Immobilien und unterstützt Menschen dabei, sich eine Wohnumgebung zu schaffen, die wirklich zu ihnen und ihrer Persönlichkeit passt. Sie ist Teil unseres Expertennetzwerks EXPERTS Circle .
Wer über die sechs Wohnbedürfnisse nachdenkt, wird schnell eine Resonanz spüren. Meistens können wir ziemlich schnell sagen, welche beiden Wohnbedürfnisse uns besonders ansprechen.
Wichtig ist außerdem die Frage: Ist das wirklich mein Wohnbedürfnis – oder habe ich es übernommen? Vielleicht glauben Sie, dass Sie ein Esszimmer mit zehn Stühlen brauchen, obwohl Sie von einem Yogaraum viel mehr hätten, weil Sie ihn täglich nutzen würden.
Schauen Sie sich Ihre eigene Wohnung an. Stellen Sie sich vor, dass Sie zum ersten Mal zu Gast in dieser Wohnung sind. Nehmen Sie sich eine Stunde Zeit und gehen Sie Raum für Raum durch.
Wo halten Sie sich besonders gerne auf? Wo können Sie gut abschalten? Wo stört Sie etwas? Und was fehlt Ihnen, obwohl Sie es bisher vielleicht gar nicht benennen konnten? Notieren Sie Ihre Beobachtungen. Diese „Reise durch die eigene Wohnung“ kann erstaunlich aufschlussreich sein.
Wenn Sie sich bewusst machen, welche Wohnbedürfnisse Ihnen besonders wichtig sind, können Sie danach in die Umsetzung gehen. Schauen Sie sich systematisch jeden Raum Ihrer Wohnung an. Inwieweit sind Ihre persönlichen Wohnbedürfnisse hier schon abgebildet? Sind sie überhaupt sichtbar?
Berücksichtigen Sie Ihre Wohnbedürfnisse sowohl bei der Einrichtung als auch bei der Raumfunktion. Wenn Sie Ihre Wohnbedürfnisse kennen, können Sie sie in jedem Einrichtungsstil umsetzen, von skandinavisch bis boho. Ihre Wohnbedürfnisse sind also unabhängig von Einrichtungsstilen.
Nach dem Bewusstsein über Ihre Wohnbedürfnisse kann auch der Blick auf die eigene Persönlichkeitsstruktur echte „Aha-Erlebnisse“ bringen.
Das Big-Five-Modell beschreibt fünf übergeordnete Persönlichkeitsdimensionen:
Jeder Mensch hat eine individuelle Ausprägung in jeder dieser Dimensionen. Wenn Sie wissen, wie Sie ticken, haben Sie eine Vorstellung davon, in welcher Wohnumgebung Sie sich besonders wohl fühlen.
Menschen, die beispielsweise besonders offen für Neues sind, sind häufig neugierig, fantasievoll und experimentierfreudig. Ungewöhnliche Grundrisse, überraschende Farbkombinationen, Kunst, besondere Einzelstücke oder unkonventionelle Raumfunktionen können deshalb zum Wohlbefinden beitragen und Energie geben. Warum sollte das Esszimmer also nicht zum Yogaraum werden oder der Flur zur kleinen Galerie?
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