Spinnenschwanzviper - Diese Schlange lockt Beute mit kuriosem Trick an
Sie liegt regungslos zwischen Steinen und wartet. Nur die Spitze ihres Schwanzes bewegt sich leicht hin und her. Für einen Vogel sieht das aus wie eine ahnungslose Spinne auf Futtersuche. Ein fataler Fehler. Denn in Wahrheit lauert dort eine hochgiftige Viper.
Ein Forschungsteam hat die ungewöhnliche Jagdwaffe der sogenannten Spinnenschwanzviper nun erstmals genauer unter die Lupe genommen. Die Erkenntnisse zeigen, wie raffiniert die Natur manchmal sein kann.
Die Spinnenschwanzviper lebt im Iran und im angrenzenden Irak. Ihren Namen verdankt sie einer verblüffenden Besonderheit: Das Ende ihres Schwanzes sieht tatsächlich aus wie eine kleine Spinne .
Dafür sorgen spezielle Schuppen und Gewebestrukturen, die zusammen einen täuschend echten Spinnenkörper mit „Beinen“ formen. Bewegt die Schlange den Schwanz über den Boden, wirkt es für Vögel, als würde dort ein leichtes Beutetier umherkrabbeln.
Forscher wollten herausfinden, wie der außergewöhnliche Schwanz der Spinnenschwanzviper im Inneren aufgebaut ist, schreibt PETBOOK . Dafür durchleuchtete das Team das Skelett eines Tieres mit einem speziellen Röntgenverfahren. Besonders im Fokus: die Wirbelsäule und die Wirbel im Schwanzbereich. Die Wissenschaftler hatten bei einem derart ungewöhnlichen Schwanz einen besonderen Knochenbau erwartet.
Doch unter den spinnenartigen Schuppen fanden sie weder zusätzliche Knochen noch spezielle Strukturen, die die vermeintlichen „Beine“ stützen könnten. Der auffällige Spinnen-Look entsteht demnach vor allem durch Schuppen und Weichteilgewebe, während die Knochen darunter überraschend gewöhnlich sind.
Die Entdeckungsgeschichte der Art ist fast genauso ungewöhnlich wie ihr Aussehen. Bereits Ende der 1960er-Jahre wurde ein Exemplar gesammelt und wissenschaftlich untersucht. Damals vermuteten Fachleute allerdings, die auffällige Schwanzspitze sei eine Fehlbildung, ein Tumor oder möglicherweise die Folge eines Parasitenbefalls.
Erst Jahrzehnte später wurden weitere Tiere mit derselben Besonderheit entdeckt. Der seltsame Schwanz ist demnach kein Defekt, sondern eine hochspezialisierte Jagdstrategie.
Die Spinnenschwanzviper kommt ausschließlich in einem vergleichsweise kleinen Gebiet des Nahen Ostens vor. Naturschützer sehen deshalb Risiken für die Art. Neben dem Verlust von Lebensräumen gilt vor allem der illegale Tierhandel als mögliche Bedrohung. Gerade ihr außergewöhnliches Erscheinungsbild macht die Schlange für Sammler besonders interessant.
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