"Eine Nacht in Bangkok" : Wenn die eigene Familie einem plötzlich fremd erscheint
Matthias Brandt und Désirée Nosbusch überzeugen in ihrem ersten gemeinsamen Film: In "Eine Nacht in Bangkok" spielen sie ein Ex-Ehepaar, das nach der Verhaftung ihrer Tochter plötzlich wieder zusammenarbeiten muss.
"One Night in Bangkok" – wer kennt ihn nicht, jenen eingängigen Popsong des britischen Sängers Murray Head, an dem sich bis heute die Geister scheiden? Der Nummer-eins-Hit aus dem Jahr 1984, der von den ABBA-Stars Björn Ulvaeus und Benny Andersson in Zusammenarbeit mit Tim Rice geschrieben wurde, kann als Kritik am Exotismus in Bezug auf westliche Touristen in Thailand verstanden werden.
Der Fernsehfilm "Eine Nacht in Bangkok", den das Erste am Mittwochabend erstmals zeigt, hat damit nichts zu tun.
In seinem Drehbuch erzählt Sathyan Ramesh die Geschichte von Katharina (Désirée Nosbusch) und Hektor (Matthias Brandt), einem ehemaligen Ehepaar, das nach jahrelanger Trennung durch einen Schicksalsschlag wieder zusammengeführt wird.
Rainer Kaufmann inszeniert diese Geschichte mit sehr viel Mut zur Stille.
Eine entfremdete Familie sucht einander Der Grund, der den Pastor und die Yogalehrerin nach zehn Jahren erstmals wieder in einem Raum zusammenbringt, ist ihre Tochter Lilith (Clara Vogt).
Die junge Frau sitzt in Untersuchungshaft.
Angeblich soll sie in eine Einbruchserie verwickelt sein.
Für Katharina und Hektor ist das unvorstellbar.
Doch weil alle Indizien gegen Lilith sprechen, muss sie bis zur Anhörung in Untersuchungshaft bleiben.
"Ich ruf Lydia an", verkündet Hektor.
Die Anwältin (Kim Riedle) ist eine alte Freundin von ihm und wird Lilith schon heil aus der Sache herausholen, denkt er.
Katharina, die den Ideen ihres Ex-Mannes schon aus Prinzip grundsätzlich skeptisch gegenüber steht, will darauf nicht vertrauen: Lieber will sie selbst mehr über die Umstände herausfinden.
Hektor zieht widerwillig mit.
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