Luxushotels statt Rente: Zahnärzte-Versorgungswerk verzockt 1,3 Milliarden Euro
Ermittler durchsuchen im Sommer das Berliner Zahnärzte-Versorgungswerk. Dabei stehen zwei ehemalige Führungskräfte im Fokus. Jahrelang hat die Rentenkasse riskant investiert, unter anderem in Luxushotels. Über die Hälfte des Vermögens ist verloren. Die versicherten Zahnärzte müssen mit "schmerzhaften Einschnitten" bei ihrer Rente rechnen.
"Die Rente ist sicher!" Der legendäre Satz des damaligen Bundesarbeitsministers Norbert Blüm 1997 muss sich für die Zahnärztinnen und Zahnärzte in Berlin, Brandenburg und Bremen wie Hohn anhören. Denn ihre Rente ist nicht mehr sicher. Das Versorgungswerk der Zahnärztekammer Berlin (VZB), das die Altersvorsorgegelder der Zahnärzte verwaltet, hat sie größtenteils verzockt.
Über 230 Millionen Euro sollen ehemalige VZB-Mitarbeiter veruntreut haben, hat das "Handelsblatt" Ende Juli berichtet. Die Generalstaatsanwaltschaft Berlin ermittelt demnach gegen 18 Personen: Angestellte, Mitglieder des Verwaltungs- und des Aufsichtsausschusses und die zwei Ex-Führungskräfte Ingo Rellermeier und Ralf Wohltmann. Der Verdacht: Zusammengerechnet sollen sie über 230 Millionen Euro veruntreut haben. Sie sollen die Investments freigegeben oder nicht ausreichend geprüft und hinterfragt haben, heißt es in dem Artikel. Im Zuge der Ermittlungen hatte die Generalstaatsanwaltschaft im Versorgungswerk etliche E-Mail-Postfächer durchsucht.
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