Nicht immer tut der Hals weh - Diese Symptome weisen auf Mandelentzündung hin
Bauchschmerzen, Übelkeit, Kopfschmerzen – dahinter kann bei kleinen Kindern eine Mandelentzündung stecken. Denn während Erwachsene häufig über Halsschmerzen und Schluckbeschwerden klagen, zeigt sich die Erkrankung bei Kindern mitunter ganz anders.
Auslöser einer Mandelentzündung sind Viren und Bakterien. Bei Bakterien handelt es sich meist um Streptokokken der Gruppe A. Sie können eine eitrige, hochansteckende Mandelentzündung verursachen. Die Erreger verbreiten sich beim Sprechen, Husten oder Niesen über Tröpfchen.
Kinder und Jugendliche bekommen häufiger Mandelentzündungen als Erwachsene. Ihr Immunsystem ist noch nicht ausgereift, zudem sind die Mandeln bis zur Pubertät nicht voll ausgebildet. Weil die Mandeln als erste Abwehrbarriere gegen Krankheitserreger dienen, entzünden sie sich besonders schnell und häufig.
Bernhard Junge-Hülsing, Facharzt für HNO-Heilkunde in Starnberg, erklärt, dass kleine Mädchen und Jungen häufiger über Bauchschmerzen oder Übelkeit und Kopfschmerzen klagen. Oft fühlen sie sich unwohl und wollen nichts essen, weil das Schlucken wehtut. Erst bei einer Untersuchung stellt sich dann mitunter die Mandelentzündung heraus.
Stecken Streptokokken hinter der Erkrankung, ist die eitrige Mandelentzündung hochansteckend. Ohne Antibiotika sinkt die Ansteckungsgefahr erst, wenn alle Beschwerden verschwunden sind. Mit Antibiotika sind Erkrankte schon 24 Stunden nach der ersten Einnahme nicht mehr ansteckend.
Kinder können wieder in Kita oder Schule, sobald ihre Beschwerden vollständig verschwunden sind. Junge-Hülsing sagt zum Verlauf: „Eine Mandelentzündung heilt in aller Regel komplikationslos aus.“
Bei manchen Kindern sind die Mandeln so stark vergrößert, dass sie sich in der Mitte berühren. Dadurch kann es passieren, dass die Kinder im Schlaf kurz nicht mehr atmen. Auch Schluckbeschwerden und Kieferfehlstellungen sind möglich.
„Dieses Problem lässt sich mit einer Teilentfernung der Mandeln lösen“, so Bernhard Junge-Hülsing. Der Eingriff sei ambulant mit einem Laser möglich. Die verbleibenden Mandelteile können danach weiterhin Krankheitserreger abwehren, die über Mund oder Nase in den Körper gelangen.
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