Nordrhein-Westfalen: Anfangsverdacht „verfassungsfeindlicher Sabotage“ an Umspannwerk
Gab es einen gezielten Angriff auf ein Umspannwerk im Rhein-Erft-Kreis? Nach einer Störung steht die Polizei mit Amprion und RWE im Austausch – die Hintergründe bleiben unklar.
Nach dem Kurzschluss an einem Umspannwerk in Bergheim in Nordrhein-Westfalen gehen die Ermittler von einer vorsätzlichen Tat aus. „Es besteht der Anfangsverdacht einer verfassungsfeindlichen Sabotage“, sagte Landesinnenminister Herbert Reul (CDU) am Mittwoch in Düsseldorf vor Journalisten.
Geprüft wird demnach „in zwei Richtungen – fremdstaatlich gelenkte Sabotage und Linksextremismus“.
Die Polizei war einem Sprecher der Polizei Essen zufolge am Dienstagabend gegen 20 Uhr wegen einer technischen Störung zu dem Umspannwerk im Bergheimer Ortsteil Rheidt gerufen worden.
Durch einen Kurzschluss seien mehrere Leitungen ausgefallen.
Zu einem Ausfall der allgemeinen Stromversorgung kam es nach bisherigen Erkenntnissen nicht.
Das Werk gehört zum Energieversorger Amprion, der den Vorfall bestätigte.
Stromversorgung offenbar nicht beeinträchtigt „Im Umfeld der Amprion -Umspannanlage Rommerskirchen im Rheinland ist es am Dienstagabend zu einem Vorfall gekommen, der Auswirkungen auf den Betrieb von Kraftwerkszuleitungen hatte“, hieß es am frühen Morgen.
In der Folge sei es zu Anlagenausfällen bei der RWE Power gekommen.
Das Unternehmen mit Sitz in Dortmund betonte: „Die allgemeine Stromversorgung war zu keinem Zeitpunkt davon betroffen, und die Systemstabilität immer gewährleistet.“ Expertinnen und Experten von Amprion arbeiteten mit den zuständigen Sicherheitsbehörden daran, den Sachverhalt schnellstmöglich aufzuklären und die Auswirkungen zu bewerten.
Insgesamt sei eine Kraftwerkskapazität von 4200 Megawatt vom Netz genommen worden, teilte RWE am Mittwochmorgen in Essen mit.
Von den Auswirkungen betroffen sind demnach die Braunkohle-Kraftwerksblöcke Neurath G und F sowie Niederaußem H, G und K.
Zum Zeitpunkt des Vorfalls gegen 20 Uhr hätten diese rund 3000 Megawatt Leistung ins Stromnetz eingespeist.
Die Blöcke Neurath G und Niederaußem H sollen am Vormittag wieder ans Netz gehen, Neurath F im Tagesverlauf.
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