„Tatort“-Regisseur mit klarer Warnung - Meine Söhne reisen nicht mehr in den Osten
Seine Söhne fahren nicht mehr nach Brandenburg und Sachsen-Anhalt. Das sagt Regisseur Lars Becker (72, „Nachtschicht“) im Gespräch mit der „Welt“. Der Grund: ihre Hautfarbe.
„Die sind nicht paranoid, aber sie sehen halt nicht so aus, wie man im Osten in Gefahrensituationen aussehen sollte. Die sagen ganz einfach: Papa, nee, muss ich jetzt nicht haben“, so Becker. Der Regisseur sagt auch über Brandenburg und Sachsen-Anhalt: Dort gelte, „Color of skin does matter“. Auf Deutsch: Hautfarbe spielt eine Rolle.
Becker wurde 1954 in Hannover geboren und ist Halbvenezolaner. Aktuell ist er mit der Schauspielerin Sonja Becker verheiratet aber war davor mit Fana Becker verheiratet. Sie stammt aus Afrika und arbeitet als Kostümbildnerin. Das Paar hat zwei gemeinsame Söhne. Bekannt wurde Lars Becker als Drehbuchautor und Regisseur , unter anderem mit der ZDF-Krimireihe „Nachtschicht“, dem Kultfilm „Kanak Attack“ und einigen „Tatort“-Folgen.
Laut den aktuellen Verfassungsschutzberichten zählen Sachsen-Anhalt und Brandenburg zu den Hochburgen des Rechtsextremismus in Deutschland: In Sachsen-Anhalt stieg die Zahl der Rechtsextremisten 2024 auf rund 4.000 Personen – ein Plus von fast 20 Prozent gegenüber dem Vorjahr. In Brandenburg erreichte sie mit 3.650 Personen ebenfalls einen historischen Höchststand, 40 Prozent davon gelten als gewaltorientiert.
Beckers Aussage bekommt durch die Landtagswahl vom 6. September neue Brisanz. In Sachsen-Anhalt wurde die AfD mit 43,8 Prozent deutlich stärkste Kraft. Sie hat ihr Ergebnis von 2021 damit mehr als verdoppelt. Im AfD-Regierungsprogramm für die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt fordert die Partei eine grundlegende Neuausrichtung der Migrationspolitik.
Unter dem umstrittenen Begriff „Remigration“ versteht die AfD unter anderem die verstärkte Rückführung ausreisepflichtiger Ausländer, schnellere Abschiebungen sowie eine stärkere Begrenzung der Zuwanderung. Kritiker befürchten, dass ihre Positionen Menschen mit Migrationsgeschichte benachteiligen könnten.
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