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Festakt: 65 Jahre Anwerbeabkommen: Wüst dankt Gastarbeitern

Stern ·
Festakt: 65 Jahre Anwerbeabkommen: Wüst dankt Gastarbeitern

Als sogenannte Gastarbeiter sind einst in dieses Land gekommen - als Kollegen, Freunde, Nachbarn sind sie geblieben.

Die Gesellschaft müsse aber wachsam gegen Ausgrenzung bleiben, mahnt Hendrik Wüst.

65 Jahre nach dem Anwerbeabkommen zwischen Deutschland und der Türkei hat Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Hendrik Wüst die Leistungen der Gastarbeiter gewürdigt.

Der Erfolg des Landes sei auch dem Arbeitseifer und dem Mut der Menschen zu verdanken, die vor 65 Jahren ihre Heimat verlassen hätten, um nach Deutschland zu kommen, sagte der CDU-Politiker bei einem Festakt am Düsseldorfer Flughafen.

Der Dank gelte Gastarbeitern aus der Türkei , aber auch aus Italien, Spanien, Griechenland, Marokko, Tunesien, Portugal und dem ehemaligen Jugoslawien. „Sie haben mit ihrer Arbeit in der Stahlproduktion, unter Tage, in Fabriken, im Handwerk und in der Textil- und Elektroindustrie die Grundlage für unseren heutigen Wohlstand wesentlich mitgeschaffen“, sagte Wüst.

Aus einer Lösung auf Zeit wird Heimat Das Anwerbeabkommen war am 30.

Oktober 1961 geschlossen worden.

Ursprünglich sollte es eine Lösung auf Zeit sein, um zunächst für zwei Jahre Arbeitskräfte für die stark wachsende deutsche Wirtschaft zu gewinnen.

Schon 1964 wurde die Befristung aufgegeben, dauerhafter Aufenthalt und ein erleichterter Nachzug der Familien ermöglicht.

In den darauffolgenden zwölf Jahren reisten nach Angaben der Düsseldorfer Staatskanzlei rund 867.000 Frauen und Männer aus der Türkei nach Westdeutschland ein, um vor allem im Ruhrgebiet in den Zechen, an Förderbändern und in den Fabrikhallen zu arbeiten. „Trotz aller Widrigkeiten und oft ohne Anerkennung für ihre Leistung, haben sich viele von ihnen entschieden, zu bleiben“, würdigte Wüst die Pioniere von damals. „Die Kinder und Enkelkinder der damaligen Gastarbeiter sind heute Lehrerinnen, Polizisten, Unternehmer, Vereinsvorsitzende.“ Der Beitrag der Gastarbeiterinnen und Gastarbeiter sei Teil der Geschichte Nordrhein-Westfalens.

Gegen Vorurteile und Ausgrenzung „Sie haben unser Land vielfältiger, offener und stärker gemacht“, unterstrich der Ministerpräsident.

Zur Wahrheit gehöre aber auch das Gefühl, nicht richtig dazuzugehören. „Umso mehr ist es die Aufgabe für Politik, Medien und die Zivilgesellschaft, sich für Offenheit und Toleranz und gegen Vorurteile und Ausgrenzung einzusetzen.“ NRW ist laut Regierungsangaben Heimat für rund eine Million Menschen mit Wurzeln in der Türkei, knapp 500.000 von ihnen mit türkischer Staatsangehörigkeit.

Die größten Gemeinschaften gibt es in Köln, Duisburg, Dortmund, Gelsenkirchen und Düsseldorf .

Mittlerweile verbinden rund 35 Städtepartnerschaften die Türkei mit NRW.

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