Gerhard Schröder wird für Geburtstagsfeier bei Wladimir Putin massiv kritisitiert
Altbundeskanzler Gerhard Schröder steht nach seinem Besuch der Geburtstagsfeier des russischen Präsidenten Wladimir Putin in Moskau massiv in der Kritik.
»Scham ist kaum noch ein Ausdruck«, schrieb CDU-Generalsekretärin Franziska Hoppermann am Freitag im Internetdienst X. »Schampus, Kaviar und Bomben« – während Schröder mit Putin gefeiert habe, seien in der Ukraine Kinder durch russische Angriffe gestorben.
Marie-Agnes Strack-Zimmermann bezeichnete Schröder auf X als Deutschlands frechsten Rentner. »Zu krank für Untersuchungsausschüsse (ganz schlimmer Burn-out), aber für gut dotierte Mandate in Russland und Geburtstagsparty zu Hause bei Kriegsverbrecher Putin reichts dann doch noch. Eine Schande sondergleichen.«
Die Grünenpolitikerin Katrin Göring-Eckardt schrieb zu Schröders Besuch bei Putin auf der Plattform X: »Eine Schande für Deutschland. Ein Verrat an Europa. Ein Bärendienst für Frieden.« Aber leider habe sie schon nichts anderes mehr von ihm erwartet.
Nach Kreml-Angaben hatte Schröder am Mittwoch mit Kremlchef Putin dessen 74. Geburtstag gefeiert .
Der Chef des CDU-Sozialflügels, Dennis Radtke, kritisierte auf X ebenfalls, Schröder sei für einen Untersuchungsausschuss zu krank, aber fit genug für Moskau, Putin und »eine frische Ladung Rubel«. Er fügte hinzu: »Wunderheilung à la Rasputin bei Gerhard Schröder«. 2025 hatte Schröder Zeugenaussagen vor einem Untersuchungsausschuss zur Klimastiftung Mecklenburg-Vorpommern im Kontext des Baus der Erdgasleitung Nord Stream 2 mehrfach wegen einer Burnout-Erkrankung abgesagt.
2 Min Zur Merkliste hinzufügen Besuch in Moskau: Warum Altkanzler Schröder den Supermarkt-Filialleiter in Russland gibt 3 Min Zur Merkliste hinzufügen 3 Min Zur Merkliste hinzufügen Gerhard Schröder als Vermittler im Ukrainekrieg?: SPD-Außenpolitiker sind offen für Putins Vorschlag Von Christian Teevs 4 Min Zur Merkliste hinzufügen 4 Min Zur Merkliste hinzufügen Schröder war von 1998 bis 2005 Bundeskanzler. Der 82-Jährige ist mit Putin eng befreundet und steht unter anderem wegen dieser engen Verbindung und seines Engagements für russische Energieunternehmen seit Jahren in der Kritik. Auch seit Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine hat sich Schröder wiederholt mit Putin getroffen.
Vor der Party hatte Schröder am Morgen eine Filiale des russischen Ablegers der deutschen Supermarktkette Globus in der russischen Hauptstadt besucht und eine Begrüßungsrede vor den Mitarbeitern des Unternehmens gehalten. Zuvor war er in den Aufsichtsrat des Unternehmens berufen worden.
Der SPD-Außenpolitiker Stegner sagte hingegen dem »Tagesspiegel«, man müsse »in Russland mit denen reden, die da sind. Schröder kann Türen zu Putin öffnen.« Stegner fügte hinzu: »Wenn Schröders Besuch dem Frieden nur einen Millimeter gedient hat, war dieser Besuch ein Erfolg.«
Der Altbundeskanzler sei einer der wenigen Menschen, die Zugang zu Putin hätten. Diesen Zugang müsse man nutzen, sagte der Bundestagsabgeordnete. »Gerhard Schröder ist gegen den Krieg.
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