In Frankfurt und Offenbach: Sorge nach Explosionen: „Nehmen Entwicklungen sehr ernst“
Mehrere Explosionen in Frankfurt und Offenbach schüren Angst und Sorge.
Wie sollen Ermittler und Politik sich jetzt aufstellen? Nach einer Reihe von Explosionen in Frankfurt und Offenbach binnen weniger Tage wächst in Hessen die Besorgnis. „Wir nehmen die aktuellen Entwicklungen sehr ernst“, erklärte Innenminister Roman Poseck (CDU) in Wiesbaden. „Organisierte Kriminalität hat eine neue Dimension erreicht, wenn gezielt Explosionen eingesetzt werden, um andere, die nicht selten selbst in kriminelle Machenschaften verstrickt sind, einzuschüchtern und zu bedrohen.“ Auch Händler reagieren besorgt. „Wir verurteilen Gewalt jeglicher Art und sind froh, dass keine Personen verletzt wurden.
Dennoch schauen wir mit Erschrecken auf die Situation“, sagte der Präsident des Handelsverbands Hessen , Jochen Ruths.
Hoher Sachschaden bei mehreren Explosionen Am Donnerstagmorgen hatte es auf der Berger Straße und auf der Zeil in Frankfurt Detonationen gegeben, ebenso wie in den vergangenen Tagen bereits zweimal in Frankfurt und einmal in Offenbach .
In allen Fällen gab es keine Verletzten, aber erheblichen Sachschaden.
Ob zwischen den insgesamt fünf Taten ein Zusammenhang besteht, wird ermittelt.
Laut Polizei gibt es Hinweise auf organisierte Kriminalität.
Die Ermittler gehen dem Verdacht nach, dass es sich um das in Deutschland noch relativ neue Phänomen von Gewalttaten gegen Bezahlung („Violence as a Service“) handelt.
Dabei werben kriminelle Netzwerke meist junge Menschen an, die dann solche Taten gegen Geld begehen.
Im Zusammenhang mit den Explosionen waren ein 15- und ein 17-Jähriger festgenommen worden.
Versuchter Mord und Herbeiführen einer Sprengstoffexplosion? Der am Donnerstag festgenommene 17-Jährige aus den Niederlanden soll heute einem Haftrichter vorgeführt werden.
Die Staatsanwaltschaft wirft ihm versuchten Mord und das Herbeiführen einer Sprengstoffexplosion vor.
Die Taten richteten sich Poseck zufolge zwar nicht gegen Unbeteiligte und in der Regel auch nicht gegen Leib und Leben, „sie sind aber hochgefährlich“, so der Minister. „Ich verstehe die Sorgen der Menschen, die durch Explosionen in der Nachbarschaft verängstigt sind.“ Poseck will Thema in Innenministerkonferenz einbringen „Gewalt darf in Hessen kein Geschäftsmodell sein“, erklärte Poseck.
Mit spezialisierten Einheiten beim Landeskriminalamt sage man den Verbrechern den Kampf an.
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