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Regierungszahlen: Mehr als 148.000 offene Haftbefehle in Deutschland

Stern ·
Regierungszahlen: Mehr als 148.000 offene Haftbefehle in Deutschland

Warum bleiben Tausende Haftbefehle in Deutschland offen? Welche Rolle spielen Ersatzfreiheitsstrafen und die Staatsangehörigkeit dabei? In diesem Sommer lag in Deutschland zu rund 148.000 Menschen ein offener Haftbefehl vor.

Die meisten von ihnen waren Deutsche sowie Staatsangehörige aus Rumänien und Polen.

Das teilte die Bundesregierung auf eine parlamentarische Anfrage des AfD-Abgeordneten Sebastian Münzenmaier hin mit.

In ihrer Antwort weist sie zudem darauf hin, dass im vergangenen Jahr etwas mehr Ausschreibungen zu offenen Haftbefehlen erledigt (129.897) als im zentralen polizeilichen Informationssystem neu ausgeschrieben (128.650) wurden. Über die Antwort aus dem Bundesinnenministerium berichtete zuerst die „Welt am Sonntag“.

Deutsche Straftäter sind oft leichter auffindbar Daraus geht auch hervor, dass von den insgesamt 148.311 Menschen, die zum Stichtag 1.

Juli per Haftbefehl gesucht wurden, 11,2 Prozent ausschließlich die deutsche Staatsbürgerschaft besaßen, 1,5 Prozent waren demnach deutsche Doppelstaatler.

87,9 Prozent der Gesuchten besaßen nur eine oder mehrere ausländische Staatsbürgerschaften oder die Staatsangehörigkeit war unbekannt.

Bei den Neuerfassungen zu offenen Haftbefehlen ist der Anteil Deutscher den Angaben zufolge größer.

2025 lag er bei 38,7 Prozent.

Sowohl die Grünen als auch Münzenmaier hatten Zahlen zu offenen Haftbefehlen bereits in der Vergangenheit abgefragt.

Zum Stichtag 1.

April 2025 bestanden zu 148.515 Menschen Ausschreibungen zu nicht vollstreckten Haftbefehlen.

SPD -Innenpolitiker weist auf strukturelle Effekte in der Statistik hin Gerade bei gefährlichen Gewalttätern und Wiederholungstätern müsse die Vollstreckung konsequent und mit hoher Priorität vorangetrieben werden, sagt der innenpolitische Sprecher der SPD-Fraktion, Sebastian Fiedler .

Der hohe Anteil ausländischer Staatsangehöriger sei ein ernstzunehmender Befund, bilde aber nicht den Anteil von Ausländern an der Kriminalität ab.

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