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BILD-Reporterin schreibt über Ihre Freundin - Sie schnarcht die ganze Nacht und klagt über schlechten Schlaf

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BILD-Reporterin schreibt über Ihre Freundin - Sie schnarcht die ganze Nacht und klagt über schlechten Schlaf

Chrrrrrrrrrr. Chr. Chr. Chrrrrrrrr. Es ist halb drei nachts und neben mir läuft ein Sägewerk auf Hochtouren. Das Sägewerk ist meine Freundin, mit der ich für ein Wochenende verreist bin. Ich liege wach und höre, wie sie offenbar einen kompletten Wald verarbeitet. Während ich mich von links nach rechts wälze. Irgendwann versuche ich, mich mit Schäfchenzählen zurück in den Schlaf zu befördern – bei jedem Chr eins. 78 Schäfchen später bin ich immer noch wach und mittlerweile schlecht gelaunt. Und meine Freundin – die bekommt von alledem nichts mit. Was steckt hinter diesem Schnarch-Paradoxon?

Dass meine Freundin so gleichmäßig schnarcht, ist laut Dr. Martin Gros, Somnologe an der Charité in Berlin, immerhin ein Zeichen für ihre Gesundheit. „Erst wenn jemand Atemaussetzer hat, sogenannte Schlafapnoe , wird es bedenklich.“ Aber auch unbedenkliches Schnarchen ist laut. Ein zartes Anstupsen bringt kurz Ruhe. Für zehn Sekunden. Dann: Chhhhrrrrrr.

Ich beschließe, die Schäfchen über eine Mauer springen zu lassen. Warum sollten die es leichter haben als ich? Chr. Hops. Chr. Hops. Es hilft nicht. Ob ich ausweichen soll? Vielleicht ins Auto? Ich versuche es mit noch einem Stupser. Diesmal, zugegeben, nicht mehr ganz so freundlich.

Statt eines Chr kommt ein muffiges Knurren zurück. Dann: Chhhrrrrrrrr. „Du schnarchst“, entgegne ich wütend. „Ich habe gar nicht richtig geschlafen“, sagt sie und macht nur kurz danach weiter. Meine Freundin lügt – jedenfalls nach Dr. Gros. „Wenn jemand schnarcht, dann schläft er zwangsläufig.“ Er erklärt mir zur Verteidigung meiner Freundin: Im Schlafstadium N1, dem Leichtschlaf, nehmen wir oft nicht wahr, dass wir geschlafen haben.

Der nächtliche Schlafentzug macht mir jetzt so richtig schlechte Laune. Die lasse ich an den Schäfchen aus. Ich baue die Mauer für die Schäfchen höher. Irgendwann schlafe ich wütend ein und wache am nächsten Morgen gerädert auf. Meine Freundin ist bereits wach und erzählt mir, dass sie gar nicht gut geschlafen habe. Bitte was? Sie hat acht Stunden lang neben mir ein akustisches Feuerwerk veranstaltet. Ich habe Schäfchen gezählt, eine Mauer gebaut und kurz darüber nachgedacht, im Auto zu schlafen. Und du hast nicht geschlafen?

„Etwa 80 Prozent der Männer und 20 Prozent der Frauen sind vom Schnarchen betroffen“, erklärt Dr. Gros. Als sexy gelte das nicht, weshalb Schnarchen ein sehr schambehaftetes Thema sei. „Beim Einschlafen und besonders im tieferen Schlaf entspannt sich unsere Muskulatur – auch im Hals- und Rachenbereich. Bei manchen Menschen entspannt sich die Muskulatur dort zu stark, sodass sich die Atemwege verengen. Wenn die Luft durch diese verengte Stelle strömt, beginnt das Gewebe zu vibrieren. Dieses Vibrieren erzeugt das Geräusch, das wir als Schnarchen wahrnehmen“, erklärt Dr. Gros.

„Schnarchen kann ein Hinweis auf eine Schlafapnoe sein. Dabei verengen oder verschließen sich die Atemwege im Schlaf immer wieder, sodass die Atmung kurzzeitig aussetzt. Der Körper reagiert darauf mit kurzen Weckreaktionen, die die Betroffenen meist gar nicht bewusst wahrnehmen“, sagt er.

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