Was steckt dahinter?: Das Rätsel um den Einhornteppich
Die Kunstwelt rätselt über einen ungewöhnlichen Einhornteppich.
Woher stammt er? Symbolisiert er religiöse Keuschheit? Oder doch eine Hochzeit am Hofe? Entschlüsselt ist sein Geheimnis längst nicht.
Rätsel faszinieren die Menschheit seit Jahrtausenden - sie wecken unseren Ehrgeiz und oft umgibt sie etwas Magisches.
Eines dieser Rätsel hängt in einer Vitrine in der St.
Gotthardtkirche in Brandenburg an der Havel: ein alter, wertvoller Einhornteppich.
Woher das über fünf Meter lange Kunstwerk kommt, wie es entstanden ist und wofür es gefertigt wurde, bleibt trotz Spurensuche der Kunstwelt bisher rätselhaft. „Alle Fachleute, die bei uns waren, haben gesagt: Es gibt nichts Vergleichbares, weil das passt nicht in das Schema, das wir kennen“, sagt Philipp Mosch, Pfarrer in der Gotthardtkirche. „Die Farben sind weitgehend original, und das ist das, was die Besucher am meisten fasziniert, diese intensive Farbigkeit.“ Auf dem Teppich ist mittig eine Frau mit roter Haube und wallendem Gewand neben einem Brunnen zu sehen.
Sie umfasst das lange Horn eines Einhorns und hält gewissermaßen mit ihm Händchen.
Dabei scheint sie ihm direkt in die Augen zu blicken.
Was könnte das Motiv bedeuten? Darüber wird spekuliert.
Sehen wir, wie eine feine Dame vom Hofe einen Zwiespalt erlebt? „Wir sehen eine symbolische Hochzeit“, vermutet Michael Philipp.
Er ist Chefkurator im Potsdamer Museum Barberini.
Die Dame sei eine Jungfrau inmitten einer höfischen Jagdgesellschaft und erlebe einen Zwiespalt: „Soll ich den weltlichen Weg des Wohlstands und der höfischen Gesellschaft wählen oder soll ich den geistlichen Weg wählen und ins Kloster gehen?“ Dafür muss man wissen: In der Geschichte war das Einhorn ein Symbol für Christus und damit für Keuschheit und Reinheit.
Da das Einhorn sogar in der Bibel erwähnt wurde, seien die Menschen früher selbstverständlich von der Existenz des Fabelwesens ausgegangen, erklärt Pfarrer Mosch.
Durch einen Fehler in der Bibel glaubten die Menschen an Einhörner Ursprung war wohl ein Übersetzungsfehler in der Bibel: Aus einem wilden Stier sei ein Einhorn geworden, so Mosch. „Bis zur Neuzeit war völlig klar, dass es Einhörner gibt.
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