Freundschaften: Und plötzlich war es eine Mikroverletzung zu viel
Mit Mitte 20 war ich überzeugt davon, meine Freunde fürs Leben bereits gefunden zu haben. Lina zählte ich auf jeden Fall dazu.
Lina, die nicht wirklich Lina heißt, und ich freundeten uns in der ersten Klasse an. Wir teilten den Freundeskreis, den Humor und die Aoste-Salami aus Linas Brotdose. Unsere Familien trafen sich oft im Garten, wichtige WM-Spiele schauten wir gemeinsam, einmal verbrachten wir sogar den Urlaub zusammen. Lina und ich sahen uns in der Schule und danach, häufig auch am Wochenende. Wir wechselten auf das gleiche Gymnasium, teilten weiterhin einen Freundeskreis, den Humor und glücklicherweise nicht den Männergeschmack. Auch nach dem Abitur sahen wir uns wöchentlich, mal zu zweit, mal in der Gruppe, wir verreisten zusammen und vertrauten uns die Probleme unserer jeweiligen Beziehungen an. Lina verstand mich, und ich verstand Lina. Das dachte ich zumindest lange.
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