Wegen Geldgier und Fake-Video - Teenager (17) getötet und Hoden abgeschnitten
Bhopal – Geldgier und ein gefaktes Internetvideo inspirierten eine Jugendbande in Indien zu einem abscheulichen Verbrechen. Sie töteten einen Teenager (17), um ihm die Hoden abzuschneiden. Diese – so hieß es in dem Video – würden sie für umgerechnet 100.000 Euro verkaufen können.
BWL-Student Zoheb Khan (20) aus Bhopal, Hauptstadt des indischen Bundesstaates Madhya Pradesh, hatte in den sozialen Netzwerken ein makabres Video entdeckt. Darin wurde behauptet, dass Hoden auf dem Schwarzmarkt etwa 12 Millionen indische Rupien (ca. 100.000 Euro) einbringen könnten, berichtet „The Telegraph“ (gehört wie BILD zu Axel Springer) unter Berufung auf die Polizei.
Khan zog los, kaufte sich online eine weiße Schürze, ein Stethoskop und ein Fieberthermometer. Damit überzeugte er Aamir Qureshi (18) und drei minderjährige Komplizen davon, Arzt zu sein und sich mit der Entnahme von Organen auszukennen. Seine Helfer zogen los, suchten und fanden ein Opfer. Sie versprachen einem 17 Jahre alten Straßenhändler 100 Rupien (89 Cent), wenn er sie bei einer Schlägerei unterstützen würde.
Der Junge ging mit, wurde an einen abgelegenen See der auch „Stadt der Seen“ genannten Metropole (2,5 Mio. Einwohner) gelockt. Dort wurde der Teenager überwältigt und erstochen. Der vermeintliche Arzt Zoheb Khan wies die mutmaßlichen Mörder im Anschluss per Videoschalte an, ihm die Hoden zu entnehmen und auf Eis zu legen. Die Leiche warfen sie in den See.
Im Anschluss versuchte die Bande, einen Käufer für die männlichen Geschlechtsorgane zu finden. Weil das nicht gelang, wies der Bandenchef seine Leute an, die Hoden in verschiedene Seen zu werfen. Mittlerweile hatte die Mutter des Opfers ihren Sohn als vermisst gemeldet. Die Polizei fand seine verstümmelte Leiche in dem abgelegenen See und identifizierte sie anhand eines Tattoos.
Die Fahnder konnten daraufhin die letzten Stunden des Opfers rekonstruieren und kamen so den gescheiterten Hodenhändlern auf die Schliche. Sie wurden festgenommen, gaben alles zu. Sie sitzen in Untersuchungshaft. Die abgetrennten Geschlechtsorgane konnten bislang nicht gefunden werden.
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