Interview: Maria Furtwängler über „herzzerreißende“ Erinnerungen an Demenz
Maria Furtwängler ermittelt im „Tatort: König in Gelb“ als Charlotte Lindholm in einem Demenzdorf.
Die Krankheit hat die Schauspielerin auch in ihrem privaten Leben geprägt.
In ihrem 33. „Tatort"-Fall „König in Gelb“ wird Charlotte Lindholm alias Maria Furtwängler diesmal in ein Demenzdorf gerufen.
Für Maria Furtwängler ist das Thema auch ein persönliches: Ihr eigener Vater war an Demenz erkrankt und starb 2012 an der Krankheit. „Ich war sehr berührt, diese Verzweiflung zu sehen, dass etwas verloren geht und man es nicht mehr im Griff hat“, sagt Furtwängler im Interview mit spot on news über die Erinnerungen, die sie ans Set mitbrachte. „Daran erinnere ich mich schon auch bei meinem Vater und das war herzzerreißend.“ Im Gespräch erzählt die Schauspielerin außerdem, was den Film sonst noch besonders macht, was sie sich nicht von ihrer Mutter Kathrin Ackermann abschauen möchte, die nach fünf Jahren wieder ihre Film-Mutter spielt, und warum bei aller Schwere auch das Lachen dazugehört.
Maria Furtwängler im Interview „König in Gelb“ ist ein sehr spezieller „Tatort“, der das Thema Demenz in den Vordergrund stellt.
Was macht diesen Film für Sie so besonders? Erst mal erzählt er von einer sehr besonderen Beziehungsgeschichte zwischen zwei Kommissaren, die eben deshalb so schwierig ist, weil dem Kollegen das verloren geht, was kommissarische Arbeit eigentlich ausmacht: der klare Verstand.
Das ist eine Herausforderung für beide Seiten.
Zudem erhebt sich der Film nicht, wie so oft, über die Demenz, sondern sie ist essenzieller Bestandteil der Geschichte und ihrer Entwicklung.
Ich finde, es ist dem Autor Alexander Adolph – er hat ja auch Regie geführt – sehr, sehr gut gelungen, das wirklich zu verweben.
Und deshalb ist es ein besonderer Film.
Der „Tatort“ spielt permanent mit der Frage: Was ist Erinnerung, Wahrheit und was vielleicht nur Einbildung? Wie war es für Sie, Charlotte Lindholm einmal selbst an ihrer Wahrnehmung zweifeln zu lassen? Das war reizvoll, weil wir das doch alle kennen: Man geht in den nächsten Raum und denkt, verdammt noch mal, was wollte ich hier grad wieder? Und plötzlich ist das dieses dumpfe Gefühl: Ist in meiner Rübe noch alles in Ordnung? Charlotte kennt dieses Gefühl so gut, weil sie so von ihrem scharfen Verstand abhängig ist und sich normalerweise immer darauf verlassen kann.
Diese Angst projiziert sie dann auch auf ihre Mutter.
Das finde ich auf jeden Fall sehr nachvollziehbar, sehr menschlich.
Sie haben eine private Vorgeschichte mit dem Thema Demenz, auch Ihr eigener Vater war erkrankt.
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