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Deutschlands oberster Soldat warnt - Ohne die Deutschen ist die Bundeswehr verloren

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Deutschlands oberster Soldat warnt - Ohne die Deutschen ist die Bundeswehr verloren

Prag – Seit viereinhalb Jahren führt Russland Krieg gegen die Ukraine. Drohnen über Nato-Gebiet, Sabotage an Bahnstrecken, Attacken auf Datenkabel – der Krieg ist in Europa längst näher, als vielen lieb ist. Deutschlands oberster Soldat, Generalinspekteur Carsten Breuer (61), machte am Mittwochabend in Prag bei Europas größter Verteidigungskonferenz klar: Die Bundeswehr braucht nicht nur Soldaten, sondern gleichzeitig auch Technologie – und vor allem muss die gesamte Gesellschaft in die Verteidigung eingebunden werden.

Breuer begann mit einem Satz, den er als deutsche Militärweisheit tarnt: „Kriege werden nicht mit Spekulationen gewonnen, Kriege werden mit Soldaten gewonnen.“ Clausewitz? Moltke? Nein – das Zitat stammt vom Comic-Charakter Captain America. Der Scherz sitzt, der Saal lacht, doch was der General danach sagt, ist bitterernst.

„Eine Strategie beginnt bereits zu veralten, sobald sie unterschrieben ist“, so Breuer beim IISS Defence Summit. Man nenne so etwas gern ein „lebendes Dokument“ – er halte es eher für ein „fortwährend sterbendes Dokument“. Der Grund: Technologie entwickle sich heute in einem Tempo, das alles Bisherige sprengt. „Wenn es hart auf hart kommt, können wir unsere gegenwärtigen Überlegungen, die auf der gegenwärtigen Logik des Friedens beruhen, nicht mehr anwenden“, so Breuer. „Wir müssen von der Ukraine lernen.“

Die Ukraine sei ein Vergrößerungsglas – aber nicht nur für den Westen. „Russland lernt. Sie imitieren und passen sich an. Sie innovieren gegen unsere Stärken und um sie herum.“ Technologische Überlegenheit sei nicht von Dauer: „Wer heute führt, kann morgen der Außenseiter sein.“ Breuers zweite Warnung ging gegen die Technikgläubigkeit der Verteidigungsbranche: „Technologie darf nicht bestimmen, was wir tun. Wir müssen bestimmen, was wir mit Technologie tun.“ Bloße Bewunderung für neue Systeme erzeuge nur „die Illusion strategischen Fortschritts“.

Am Ende wurde der General fast beschwörend. Das Militär allein könne die Pläne nicht stemmen: Hybride Bedrohungen seien nur als ganze Gesellschaft abzuwehren, im Konfliktfall funktioniere eine Ausweitung der Verteidigung nur zusammen mit der Industrie. Er wendet sich direkt an die deutsche Bevölkerung: „Ohne Sie sind wir als Soldaten zum Scheitern verurteilt. Aber Scheitern ist keine Option. Denn Scheitern würde bedeuten, dass unsere Gesellschaften, so wie wir sie kennen, tödlich bedroht wären. Wir sitzen alle gemeinsam in diesem Boot.“

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