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Zwillinge am Kopf zusammengewachsen - Sie können sich endlich in die Augen sehen

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Zwillinge am Kopf zusammengewachsen - Sie können sich endlich in die Augen sehen

St. Louis (Amerika) – Sie lebten zusammen, doch konnten sich vorher nie in die Augen sehen. Jetzt haben Hiyab und Wuhbto die Chance auf ein eigenständiges Leben. Ein Ärzte-Team aus Amerika trennte die siamesischen Zwillinge in einer über 24-stündigen Operation – ein extrem seltener und riskanter Eingriff.

Im März 2024 kamen die beiden Mädchen in Äthiopien zur Welt: Ihre Köpfe waren an der Oberseite zusammengewachsen. Ein seltenes Phänomen namens Kraniopagus, das nur einmal unter 2,5 Millionen Lebendgeburten vorkommt. In ihrem Heimatland hätten die Schwestern vermutlich nie ein eigenständiges Leben führen können. Doch dank einer internationalen Partnerschaft von Kliniken, Vereinen und Organisationen wurde den Kindern eine Operation ermöglicht.

Wie das SSM Health Cardinal Glennon Kinderkrankenhaus in St. Louis jetzt berichtet, reisten die beiden Mädchen bereits im März 2025, kurz vor ihrem ersten Geburtstag, nach Amerika. Es folgten unzählige Untersuchungen. Das Team aus 60 Ärzten und medizinischem Personal investierte über 300 Stunden, um die außergewöhnliche Operation zu planen und vorzubereiten. Dafür wurden auch genaue 3D-Modelle der Schädel gedruckt, um alle schwierigen Passagen vorab zu erkennen. Dafür wurden über 760 Meter Filament (ein schmelzbarer Kunststoffdraht) verarbeitet.

Fast ein Jahr nach ihrer Ankunft in den USA wurden die Mädchen am 24. Februar 2026 um 8 Uhr morgens in den OP-Saal geschoben. Die Ärzte schnitten die Haut ein, trennten Schädel, Hirnhäute und Gehirne voneinander. Und genau 18 Stunden und 31 Minuten später schob das Team die beiden Bettchen der kleinen Patienten auseinander – Trennung geglückt!

Zwei Teams mit jeweils vier Chirurgen versorgten die beiden Mädchen, bis sie nach 24 Stunden auf die Intensivstation kamen – zum ersten Mal in getrennten Betten. Für das ganze Team ist der Eingriff mehr als eine außergewöhnliche medizinische Leistung. Klinik-Präsident Dr. Hossain Marandi: „Wir schenken Kindern und Familien in Zeiten größter Not Hoffnung, Heilung und Chancen, die einst für unmöglich gehalten wurden. Unzählige Menschen haben sich für eine gemeinsame Mission eingesetzt, um diesen beiden jungen Mädchen und ihrer Zukunft neue Perspektiven zu eröffnen.“

Getrennt haben die beiden kleinen Mädchen inzwischen ihren zweiten Geburtstag gefeiert, doch der Weg für die Schwestern ist noch nicht zu Ende. In speziellen Therapien lernen sie jetzt Sitzen, Essen, später Sprechen und Gehen. Wuhbto wurde inzwischen noch einmal am Schädel operiert, um die natürliche Form des Kopfes herzustellen. Ihre Schwester soll im Spätherbst operiert werden. Die Ärzte hoffen, dass die Schwestern irgendwann völlig selbstständig und ganz normal leben können.

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