Nach Ausschreitungen in Frankreich: Gelbwesten planen neuen Protesttag
Nach einem von schweren Ausschreitungen geprägten Wochenende hat die sogenannte Gelbwestenbewegung für den kommenden Samstag erneut zu Protestaktionen aufgerufen.
Auf einer im Internet veröffentlichten Karte waren bereits Dutzende Protestaktionen in Paris und anderen Orten verzeichnet.
Innenminister Laurent Nuñez räumte vor einer Krisensitzung der Regierung in Paris am Montag einen Kontrollverlust und mangelnde Vorbereitung der Proteste gegen hohe Lebenshaltungskosten und Missstände im Bildungssystem vom Wochenende ein. „Es gibt einen großen Drang zu einem Akt 2“, sagte der Koordinator der Gelbwesten -Website, Benjamin Ball.
Die Bewegung, die in erster Linie gegen die hohen Lebenshaltungskosten demonstriert, war 2018 aus Protest gegen eine geplante Erhöhung der Treibstoffsteuern entstanden.
Die zahlreichen Protesttage wurden damals bereits als „Akte“ bezeichnet.
Angesichts der zahlreichen Plünderungen sowie Angriffe auf Rathäuser und Polizeistationen am Wochenende räumte der Innenminister Nuñez einen „Kontrollverlust“ ein.
Er habe seinen Rücktritt eingereicht, den Präsident Emmanuel Macron jedoch nicht angenommen habe, sagte Nuñez dem Sender France 2.
Auch in der Nacht zu Montag kam es erneut zu Gewalttaten.
Allein in Paris wurden 350 Menschen festgenommen, etwa 30 weitere Geschäfte wurden geplündert.
In Marseille war die Polizei erneut bis in den Morgen hinein im Einsatz.
Am Montagmorgen blockierte in Paris eine Gruppe von Studierenden den Eingang zum Louvre-Museum.
Sie wollten sich mit den Schülern solidarisieren, die die jüngste Protestwelle ausgelöst hatten, und gegen Polizeigewalt protestieren, betonten die Studierenden.
Nach Gewerkschaftsangaben blieb das Museum zunächst geschlossen.
Während sich Macron im Rahmen einer mehrtägigen Reise durch die Golfregion in Kuwait aufhielt, berief Premierminister Sébastien Lecornu eine Krisensitzung ein, zu der Vertreter aller Parteien eingeladen waren.
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