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Darm-Professor warnt - Dieses Klo-Alarmzeichen nie ignorieren

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Darm-Professor warnt - Dieses Klo-Alarmzeichen nie ignorieren

Hannover – Es ist für viele Menschen immer noch ein Tabuthema – dabei kann unsere Verdauung wichtige Hinweise auf unsere Gesundheit geben – und die sollten wir ernst nehmen. „Wir sprechen ja im Alltag vom ‚Bauchgefühl‘ oder davon, dass uns etwas ‚auf den Magen geschlagen‘ ist. Jeder kennt Grummeln im Bauch, Bauchschmerzen oder das Gefühl, dass Stress sich auf die Verdauung auswirkt“, erklärt Prof. Heiner Wedemeyer, Gastroenterologe von der Medizinischen Hochschule Hannover, in der „Welt“ (gehört wie BILD zu Axel Springer).

„Wenn man sich klarmacht, was dort eigentlich passiert, ist das auch nicht erstaunlich: Wir haben einen fünf bis sieben Meter langen Darm, darin unglaublich viele Nervenzellen, Immunzellen und eine riesige Zahl von Bakterien. Was im Bauch passiert, kann deshalb Auswirkungen weit über den Darm hinaus haben“, so der Experte.

Dabei leiden Millionen Menschen still. Dem Reizdarm etwa hafte gesellschaftlich manchmal etwas von „eingebildet“ an – zu Unrecht, findet Wedemeyer: „Und das ist ein Problem. Wir reden über viele Millionen Menschen in Deutschland, die aus ihrer Sicht keinen normalen Stuhlgang haben, Bauchschmerzen oder Luft im Bauch. Das wird aus meiner Sicht viel zu wenig beleuchtet. Natürlich ist nicht jedes Grummeln und nicht jede Blähung ein Hinweis auf eine schwere Erkrankung. Allerdings darf man Alarmsignale nicht wegdrücken. Wenn man Symptome rechtzeitig wahrnimmt, lassen sich schwere Erkrankungen möglicherweise früher entdecken und dann besser behandeln.“

Wichtig ist, Warnzeichen frühzeitig zu erkennen. „Blut muss man ernst nehmen, aber man darf auch nicht überreagieren“, sagt Wedemeyer. Ein kleines bisschen helles Blut auf dem Stuhl sei sehr häufig etwas Harmloses, etwa ein kleines Gefäß oder eine Hämorrhoide. Anders sei es, wenn der Stuhl sehr dunkel oder sogar schwarz ist und man dafür keine andere Erklärung hat. Wenn Blut länger im Magen-Darm-Trakt verbleibt, kann der Stuhl richtig schwarz werden. Im Extremfall entsteht sogenannter Teerstuhl. Der Experte rät: Sofort zum Arzt gehen.

Das wichtigste Alarmsignal sei jedoch „vor allem eine unerklärte Veränderung. Besonders aufmerksam würde ich als Gastroenterologe bei wechselndem Stuhlgang werden“, so Wedemeyer. „Wenn jemand plötzlich Verstopfung oder sehr selten Stuhlgang hat und dann innerhalb von zwei, drei Tagen sehr viel dünnen Stuhl – und dieses Muster sich wiederholt –, kann das darauf hindeuten, dass irgendwo eine Engstelle besteht. So etwas sollte man unbedingt ärztlich abklären.“

Viele greifen bei Verdauungsproblemen zu Probiotika – doch Wedemeyer ist skeptisch: „Man muss sich klarmachen, welche riesigen Mengen an Bakterien natürlicherweise im Darm vorkommen. Wenn ich dann ein Probiotikum einnehme, ist das nur ein minimaler Bruchteil davon. Dass man damit in den meisten Fällen große biologische Effekte erzielt, ist nicht zu erwarten.“ Er selbst sei Vegetarier und nehme keine zusätzlichen Probiotika.

Im Laufe des Lebens erkranken vier bis zehn von hundert Menschen an Darmkrebs – je nach Bevölkerungsgruppe. In Deutschland gibt es mit der Darmkrebsvorsorge gute Möglichkeiten, das Risiko zu senken und Vorstufen früh zu entdecken.

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