„Ein Herz für Kinder“ macht es möglich - Mit uns lernen 10.000 Kinder schwimmen
Berlin – Eslem (9) und Esmanur (8) zögern keine Sekunde, wenn sie ins Schwimmbecken springen sollen. Sie tauchen ab, planschen und paddeln. Erst mit einem Schwimmkurs verloren die Schwestern ihre Angst vor dem Wasser. Bald machen sie ihr Seepferdchen.
Zwischen 2010 und 2022 hat sich der Anteil der Nichtschwimmer unter den 6- bis 10-Jährigen von 10 auf 20 Prozent verdoppelt. Haben die Eltern wenig Geld, ist es noch drastischer: Jedes zweite Kind aus einkommensschwächeren Haushalten kann gar nicht schwimmen.
Deshalb unterstützt die BILD-Hilfsorganisation „Ein Herz für Kinder“ eine bundesweite Schwimmkampagne der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG). Das Ziel: Jedes Kind soll schwimmen lernen, egal wie viel Geld die Familie hat. Die BILD-Hilfsorganisation übernimmt dabei die Kosten für 1000 Kinder, deren Familien sich keinen Schwimmkurs leisten könnten. Zusätzlich unterstützt „Ein Herz für Kinder“ die Durchführung von Schwimmkursen in ganz Deutschland und die Qualifizierung neuer Schwimmlehrer. So sollen in den kommenden Monaten weit mehr als 10.000 Kinder schwimmen lernen.
„Eslem hat sich am Anfang festgeklammert und nicht ins Wasser getraut“, sagt Schwimmlehrerin Mirjam Wennemar (34). Neben ihrem Hauptberuf arbeitet sie ehrenamtlich bei der DLRG. Heute lacht Eslem, wenn sie im Kerzensprung in das 1,30 Meter tiefe Wasser hüpft.
Jeden Montag versammeln sich die Kinder in einem Schwimmbad in Berlin-Neukölln. Von Nervosität ist bei Eslem und Esmanur nichts mehr zu spüren. Ihr Weg bis hierher war lang, zweieinhalb Jahre lang standen sie für diesen Kurs auf der Warteliste. 200 weitere Kinder warten derzeit darauf, dass ein Platz in diesem Kurs frei wird. Auch um diese Wartezeit zu verkürzen, fördert „Ein Herz für Kinder“ die Ausbildung neuer Trainer. Wer den Seepferdchen-Kurs erfolgreich abschließt, gilt allerdings offiziell noch als Nichtschwimmer. Um wirklich sicher schwimmen zu können, müssen die Kinder das Bronze-Abzeichen (Freischwimmer) machen.
Mirjam Wennemar engagiert sich ehrenamtlich bei der DLRG, seit sie 9 Jahre alt ist. In der Ausbildung bringt sie Nichtschwimmern das Schwimmen bei. Im besten Fall sollen diese dann irgendwann selbst Rettungsschwimmer werden. Mit Leistungsschwimmen hat das nichts zu tun: „Ich habe auch mal eine Medaille geholt, aber was ist das im Vergleich dazu, ein Leben zu retten und dem Menschen dann in die Augen zu sehen?“
Eslem und Esmanur sind am Ende ihrer Schwimmstunde stolz. Die Angst vor dem Wasser ist längst vergessen. Stattdessen denken die Mädchen schon an die Zukunft: Wenn sie groß sind, wollen sie Zahnärztinnen werden und zusammen eine Praxis eröffnen. Und weiter schwimmen wollen sie, auch wenn der Kurs zu Ende ist.
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