Bedeutende Begräbnisstätte: Rätsel um Friedhofs-Zaun - Wildschweine wühlen auf Gräbern
Wer schneidet immer wieder den Zaun auf, lockt Wildschweine an - und warum? Auf dem bedeutsamen Friedhof in Stahnsdorf im Berliner Speckgürtel lösen die Schäden auch emotionale Belastungen aus.
Kaum haben die Gärtner den Zaun auf dem riesigen Gelände des Südwestkirchhofs Stahnsdorf geflickt, entdecken sie am nächsten Tag erneut aufgeschnittene Stellen.
Der Friedhof südwestlich von Berlin gilt nach eigenen Angaben als einer der größten und bedeutendsten in Deutschland.
Die wiederkehrenden Beschädigungen seien inzwischen eine „ernsthafte Belastung“, sagte Friedhofsverwalter Olaf Ihlefeldt der Deutschen Presse-Agentur.
Vergangene Woche wurde bekannt, dass Unbekannte den Zaun beschädigten und an Bäumen Buchenholzteer als Lockstoff für Wildschweine anbringen. „Da braucht man starkes Werkzeug, um das durchzutrennen“, so Ihlefeldt.
Wildschweine durchwühlen Grabfelder Der oder die Täter schnitten ihm zufolge den vier Kilometer langen Zaun an 18 Stellen auf.
Die Wildschweine, die in der Region im Berliner Speckgürtel seit Jahren durch Wohngebiete streifen und große Probleme machen, durchwühlen inzwischen auch Grabfelder auf dem Waldfriedhof der evangelischen Kirche.
Bedeutsame Begräbnisstätte in Deutschland Der Friedhof in Stahnsdorf mit 206 Hektar Fläche gilt als zweitgrößter in Deutschland - nach dem Friedhof in Hamburg-Ohlsdorf - und zieht als Denkmal der Bestattungskunst auch Touristen an.
Bedeutende Schauspieler, Sänger und andere Künstler sind dort beigesetzt.
Manfred Krug und Dieter Thomas Heck gehören unter anderem dazu, aber auch der Erfinder und Ingenieur Werner von Siemens.
Verwalter: Heimtückisches Vorgehen Derzeit sei das Team ununterbrochen mit Reparaturen am Zaun beschäftigt, sagte Friedhofsverwalter Ihlefeldt. „Täglich werden frisch instand gesetzte Schadstellen vorsätzlich erneut geöffnet.“ Das sei schon ein „heimtückisches“ Vorgehen. „Das macht uns gerade viel Ärger“, sagte Ihlefeldt.
Die Verwüstungen durch Schwarzwild seien jeden Tag aufs Neue sichtbar.
Emotionaler Schock Sechs Jahre sei der Friedhof dank des starken Zauns frei von Wildschweinen gewesen.
Wie hoch der finanzielle Schaden jetzt ist, kann die Kirche bislang nicht sagen.
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