Nachruf : Der Chef-Logistiker
Aus der Spedition seines Vaters formte Klaus-Michael Kühne einen Weltkonzern und wurde einer der reichsten Deutschen – in der Schweiz.
Anerkennung blieb ihm zu Hause oft verwehrt.
Wenn Klaus-Michael Kühne in seiner Heimatstadt Hamburg Besucher empfing, Geschäftspartner oder ab und an auch Journalisten, lud er gerne ins „The Fontenay“.
In dem erst vor einigen Jahren eingeweihten Luxushotel am Ufer der Alster war Kühne der Hausherr, hatte dort ganz oben seine eigene Suite.
Auch seinen 80.
Geburtstag im Jahr 2017 feierte er hier.
Dabei lebte der Unternehmer, der mit Beteiligungen am Logistikkonzern Kühne+Nagel, der Großreederei Hapag-Lloyd, dem Chemikalienhändler Brenntag und der Lufthansa als zweitreichster Deutsche galt, schon seit Jahrzehnten nicht mehr in der Stadt, in der er am 2.
Juni 1937 geboren wurde.
Ende der 60er-Jahren hatte die Kühne Holding ihren Sitz in die Schweiz verlegt, nach Schindellegi in der Nähe des Zürichsees.
Dass dafür maßgeblich steuerliche Gründe verantwortlich waren, daraus machte Kühne nie ein Geheimnis.
Doch seiner Heimatstadt blieb der Milliardär bis zuletzt eng verbunden.
Ab 2010 stützte Kühne den strauchelnden Hamburger SV, erst mit Darlehen, dann mit einem Einstieg als Gesellschafter.
Er engagierte sich für den Bau der Elbphilharmonie und finanzierte über seine Stiftung eine private Hochschule für Logistik.
Seit Längerem verfolgte der Liebhaber klassischer Opern auch ein anderes Projekt: eine neue Oper für die Stadt, die nach Kühnes Ansicht unter ihren Möglichkeiten bleibt, obwohl sie eine „glänzende Metropole“ sein könnte.
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