Peter (65) hatte Prostata-Krebs - „Ich bin froh, dass mich ein Roboter operiert hat“
Mülheim (NRW) – Rentner Peter Hinsenkamp (65) war bis vor Kurzem Kfz-Mechaniker und in seinen 65 Lebensjahren nie im Krankenhaus. „Nie krank, nicht eine Spritze“, erzählt er. Aber dann kam der Krebs. Hinsenkamp wurde an der Prostata operiert. „Zum Glück mit dem Da-Vinci-Roboter“, sagt er.
Bis zum Februar 2025 wäre er nie auf die Idee gekommen, dass er doch noch mal zum Patienten wird. Technikbegeisterung, Sport, Bier trinken mit seinen Kumpels im Tennisklub in Duisburg – es hätte eigentlich immer so weitergehen können. „Doch dann sagt mein Kollege Herrmann eines Tages zu mir: ‚Mensch, du musst doch auch mal zur Prostata-Untersuchung, jeder muss das.‘ Also bin ich zum Urologen“, erzählt Hinsenkamp. „Und siehe da: Mein PSA-Wert lag bei 9,86 (der Richtwert für 65-Jährige liegt bei unter 4,0 ng/ml Anm.d.Red.). Ein Riesenschreck war das. Aber trotzdem noch Anfangsstadium , sagte man mir.“
Zwei Tage später lag er im MRT, anschließend eine Biopsie. Ergebnis: Die Prostata war größer als eine Walnuss. Sie musste raus. Und mit ihr alles schadhafte Gewebe drumherum. Ein OP-Termin mit dem Da-Vinci-Roboter im Evangelischen Klinikum Essen im Mai 2025 wurde schnell gefunden. Niemand wollte Zeit verlieren – die Ärzte nicht und Peter Hinsenkamp sowieso nicht.
„Meine Kumpels meinten, wenn das nicht der Roboter macht, habe ich am Ende eine Riesennarbe“, sagt Hinsenkamp. „Ich bin ja Techniker. Also habe ich mir erst mal Da-Vinci-Videos angeguckt. Ich habe Vertrauen gefasst.“
Am 16. Mai 2025 wurde er operiert, der Tumor komplett entfernt. „Das ging ratzfatz: Um Viertel nach sieben war ich im Krankenhaus, um acht im OP, um 14 Uhr wieder wach im Zimmer“, sagt Hinsenkamp. „Ich hatte kaum Probleme mit Nachwirkungen. Es mussten nicht mal Fäden gezogen werden. Die Inkontinenz, typisch nach so einer OP , hielt sich von Anfang an in Grenzen. Weil der Roboter so schonend geschnitten hat und weil ich jeden Tag mit speziellen Übungen dagegen antrainiert habe. Alles andere funktioniert auch tiptop“, sagt er und meint damit die Erektionsfähigkeit.
Denn davor fürchten sich viele Prostatakrebs-Patienten : dass sie nach der OP impotent sind. Doch auch dieses Risiko ist durch die kleinen Schnitte der präzisen Roboter-Instrumente wesentlich geringer. Im Herbst fühlte er sich zu 80 Prozent schon wieder fit. Er weiß, dass er Riesenglück gehabt hat. Und will das Leben umso mehr genießen. Es sind weder Chemo noch Bestrahlung geplant. Seit August 2025 spielt Peter Hinsenkamp wieder regelmäßig und ausdauernd Tennis. Und gönnt sich danach ein Bier mit seinen Kumpels. Oder auch mal zwei.
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