Umstrittenes Energieprojekt: BUND klagt gegen Atomproduktion für russische Reaktoren
In Lingen sollen künftig Brennelemente für Atomkraftwerke russischer Bauart gefertigt werden – mit russischer Technik und Lizenzen.
Der BUND warnt vor Spionage und Sabotage.
Nun gibt es eine Klage.
Der Umweltverband BUND geht gerichtlich gegen die Herstellung von Brennelementen für Atomreaktoren russischer Bauart in Lingen im Emsland vor.
Gegen die dafür geplante Erweiterung der Fabrik des französischen Konzerns Framatome sei am Donnerstag Klage beim Oberverwaltungsgericht (OVG) Lüneburg eingereicht worden, teilte der BUND am Freitag mit.
Ein Gerichtssprecher bestätigte den Eingang.
Die Klage richtet sich gegen das Land Niedersachsen, das die erweiterte Produktion genehmigt hatte.
Was in Lingen geplant ist Die in Lingen ansässige Advanced Nuclear Fuels GmbH (ANF), eine Tochtergesellschaft von Framatome, will dort Brennelemente für Atomkraftwerke russischer Bauart produzieren.
Dazu setzt Framatome auf eine Kooperation mit einer Tochterfirma des russischen Staatskonzerns Rosatom.
Das niedersächsische Umweltministerium hatte im Juli eine Genehmigung mit Auflagen für die umstrittene Fabrikerweiterung erteilt.
Das Land argumentierte, es habe den Antrag nach dem Atomgesetz nicht ablehnen können.
Der Bund sei nach einer Prüfung zu dem Ergebnis gekommen, dass keine ausreichenden Risiken durch mögliche Spionage oder Sabotage vorlägen.
Was die Atomkraftgegner befürchten Der BUND und die Anti-Atom-Organisation Ausgestrahlt, die die Klage unterstützt, sehen das anders.
Die Organisationen kritisieren die geplante Kooperation mit Rosatom und warnen vor geopolitischen Risiken.
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