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Voll, schmal oder herzförmig - Welche Wirkung die Form der Lippen hat

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Voll, schmal oder herzförmig - Welche Wirkung die Form der Lippen hat

Beim Lippenstiftkauf, auf Selfies oder im Videocall fällt es oft besonders auf: Der Mund kann weich und sinnlich, markant und selbstbewusst oder eher ernst wirken. Nicht nur die Farbe verändert diesen Eindruck. Auch Lippenform, Volumen, Amorbogen und Mundwinkel beeinflussen, wie andere die Mundpartie wahrnehmen.

Lesen Sie hier, welche Wirkung verschiedene Lippenformen haben können und warum Mimik und Sehgewohnheiten den Eindruck mitbestimmen.

„Der Mund ist kein kleines Gesichtsdetail, sondern eine Schaltzentrale sozialer Wahrnehmung: Wir sprechen, lächeln, küssen und zeigen dort besonders viele Emotionen. Schon eine kleine Veränderung der Lippenform kann deshalb den Ausdruck des gesamten Gesichts verändern, Aufforderungsfaktoren beeinflussen und Faszination erzeugen“, erklärt der Wahrnehmungspsychologe Prof. Dr. Claus-Christian Carbon

Volle Lippen ziehen den Blick auf den Mund. Ihre runde, weiche Form kann sinnlich, üppig und ausdrucksstark wirken. Sind Ober- und Unterlippe ähnlich voll, entsteht häufig ein harmonischer und ausgeglichener Eindruck. Wie stark diese Wirkung ist, hängt auch von der Mimik ab. Gloss und helle Farben betonen die Fülle zusätzlich.

Der Experte sagt: „Volle Lippen sind kein biologischer Wahrheitscode, sondern ein kulturell stark aufgeladener Reiz. Medien, Werbung und Kosmetik verbinden sie immer wieder mit Weiblichkeit, Jugend und sexueller Attraktivität – und unser Gehirn lernt diese Bildsprache erstaunlich schnell.“

Dunkle, matte Lippenstifte lassen die Kontur markanter erscheinen. Eine Untersuchung mit digital veränderten Gesichtern zeigte, dass bereits die Größe der Lippen die Bewertung der Attraktivität verändern kann. Weibliche Gesichter mit etwas volleren Lippen wurden in der Studie besonders von Frauen höher bewertet.

Prof. Dr. Carbon: „Es gibt nicht das eine universelle Lippenideal. Was als schön gilt, unterscheidet sich nach Kultur, ethnischem Hintergrund, Geschlecht, Generation und aktueller Mode.“

Schmale Lippen wirken häufig fein, präzise und zart. Liegen sie bei neutralem Gesichtsausdruck fest aufeinander, kann die Mundpartie außerdem ernst, konzentriert oder streng erscheinen. Dieser Eindruck entsteht nicht allein durch das geringe Volumen. Auch die Mundwinkel spielen eine wichtige Rolle: Zeigen sie leicht nach unten, wirkt das Gesicht schneller ernst oder skeptisch. Heben sie sich beim Lächeln, kann dieselbe Lippenform freundlich und offen erscheinen.

Kleine, aber klar konturierte Lippen können dagegen zart, elegant und fein wirken. Eine deutliche Lippenfarbe macht sie auffälliger und verleiht dem Mund mehr Präsenz.

Herzförmige Lippen besitzen meist einen deutlich ausgeprägten Amorbogen und mehr Volumen in der Mitte. Dadurch kann die Mundpartie geschwungen, verspielt und feminin wirken. Ein markanter Amorbogen lässt die Oberlippe außerdem klar definiert und ausdrucksstark erscheinen. Ist die Einbuchtung weniger tief, wirkt die Kontur weicher und ruhiger.

Welche Form als besonders schön empfunden wird, ist nicht überall gleich.

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