Oktoberfest: „Teufelsrad“ verhüllt Frauenfiguren auf Druck der Gleichstellungsstelle
Das „Teufelsrad“ auf dem Münchner Oktoberfest hat Frauenfiguren auf Geheiß der Stadt züchtiger gestaltet.
Der Wiesn-Chef denkt nun darüber nach, ob das wirklich nötig ist.
Einmal mehr machen Frauenfiguren auf dem Münchner Oktoberfest Schlagzeilen.
Das Traditionsgeschäft „Teufelsrad“ hat – nach entsprechenden Hinweisen einer städtischen Gleichstellungsstelle – Frauenfiguren über dem Eingang neu gestaltet und züchtiger angezogen.
Nun stellt aber sogar die Stadt selbst infrage, ob das wirklich sein musste: Münchens Wirtschaftsreferent und Oktoberfest-Chef Christian Scharpf wünscht sich, dass beim Umgang mit Traditionsgeschäften auf „Augenmaß“ geachtet werde, wie er auf Anfrage erklärte.
Nach der Wiesn werde er daher das Gespräch mit der Münchner Gleichstellungsstelle für Frauen suchen.
Scharpf ist nicht der Einzige, der so denkt: „Dass Frauen nicht auf ihren Körper reduziert oder sexistisch dargestellt werden sollten, steht für mich außer Frage.
Beim ‚Teufelsrad‘ sprechen wir allerdings über Figuren eines traditionsreichen Fahrgeschäfts.
Dass diese nun ‚weniger Haut‘ zeigen sollen, halte ich für überzogen“, sagt Münchens Zweite Bürgermeisterin Mona Fuchs von den Grünen. „Wir leben zum Glück in einer aufgeklärten, offenen und freien Gesellschaft, in der Frauen selbst entscheiden dürfen, ob und wie freizügig sie sich zeigen.
Ein Verhüllungsgebot für weibliche Figuren oder Darstellungen stellt jedenfalls keine Gleichstellung her und dient ihr aus meiner Sicht auch nicht.“ Grüne: „Brauchen keine übertriebene Prüderie“ Wiesn-Stadträtin Anja Berger von den Grünen nennt die Diskussion „übertrieben“.
Sie lenke von den eigentlichen Fragen ab. „Wir brauchen keine übertriebene Prüderie“, sagt sie. „Es wird nun sehr ausführlich und kontrovers über historische Pappmaché-Figuren diskutiert.
Die wichtige Frage ist aber doch, wie wir es schaffen, dass die Wiesn ein Ort ist, an dem Frauen und Mädchen sicher unterwegs sein können und sich wohlfühlen – egal, wie freizügig sie sich kleiden wollen.“ Wie die Zeitungsgruppe „ Münchner Merkur /tz“ zuerst berichtet hatte, wurden drei der vier großen Pappmaché-Figuren am Eingang des Geschäfts umgestaltet, nachdem die Betreiberin im Zuge ihrer Bewerbung für die diesjährige Wiesn einen Brief der Stadt erhalten hatte.
Mit Bezug auf Ratschläge aus der Gleichstellungsstelle wurden darin Änderungen angeregt – und auch umgesetzt.
Die 80 Jahre alten Figuren, die in kurzen Kleidchen auf dem stilisierten Rad sitzen, wurden mit Farbe verändert: Sie erhielten Blusen und längere Unterhosen.
5News hat diese Zusammenfassung aus dem öffentlichen Feed der Quelle übernommen. Der vollständige Artikel mit allen Details steht auf www.stern.de — der Inhalt gehört Stern.