Hohe Temperaturen, hohe Gefahr: Klimawandel: Staatsforsten stocken Risikovorsorge auf
Bayerns Staatsforsten geht es in diesem Jahr gut, den Wäldern jedoch nicht.
Der Blick in die Zukunft ist sorgenvoll, da der Klimawandel den Bäumen stark zusetzt.
Bayerns Wälder leiden nach monatelanger Trockenheit und den Hitzewellen des Sommers unter extremem Trockenstress.
Das bedeutet unter anderem erhöhte Anfälligkeit für Schädlinge und Parasiten oder auch mögliche Schäden in den Kronen.
Die Bayerischen Staatsforsten als größter deutscher Forstbetrieb wollen deswegen trotz eines hohen Gewinns in diesem Jahr ihre finanzielle Rücklage für schlechtere Zeiten auf 300 Millionen Euro aufstocken.
Die Staatsforsten sind mit 8.000 Quadratkilometer Fläche größter deutscher Forstbetrieb. „Momentan ist die größte Herausforderung unserer Wälder nicht mehr der Borkenkäfer, sondern vor allen Dingen diese Trockenheit“, sagte der für den Waldbau zuständige Vorstand Rudolf Plochmann.
Welche Folgen der diesjährige Hitzesommer tatsächlich hat, wird sich nach Worten Plochmanns jedoch erst in Zukunft zeigen.
Derzeit sind in der „Klimawaldfonds“ getauften Rücklage 200 Millionen Euro verbucht - das war auch die ursprüngliche Zielmarke.
Doch Finanzvorstand Manfred Kröninger hatte schon vor einem Jahr angemahnt, dass diese Summe erhöht werden müsste, um auf mit dem Klimawandel in Zusammenhang stehende mögliche größere Schäden vorbereitet zu sein. „Gute Jahre müssen wir nutzen, um für die schwierigen Jahre vorzusorgen“, sagte Kröninger.
Die Klimagefahren: Borkenkäfer , Stürme, Brände Zu den Risiken für Bayerns Wälder zählen unter anderem Borkenkäfer, die Fichten in großer Zahl innerhalb kurzer Zeit zum Absterben bringen können. „Hitzewellen sind für Insekten und auch andere Parasiten auf jeden Fall gut“, sagte Plochmann.
Eine weitere, mit steigenden Temperaturen in Zusammengang stehende Gefahr sind Stürme.
Nach Daten der Münchner Rück und anderer Versicherungskonzerne haben Extremwetterereignisse auch in Mitteleuropa in den vergangenen Jahrzehnten sowohl an Schwere wie an Häufigkeit zugenommen.
Und es steigt die Gefahr von Waldbränden, wie in diesem Sommer deutlich wurde: „Die Anzahl der Waldbrände war weitaus höher, und auch die Schadfläche war weitaus höher, als wir das sonst gewöhnt sind“, sagte der neue Vorstandschef Olaf Hermes.
So findet sich das Unternehmen derzeit in einer auf den ersten Blick paradox anmutenden Lage: Dem Unternehmen geht es gut, den Wäldern jedoch nicht.
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