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Deutschland

Jahrhundertfund auf dem Acker - Deutscher entdeckt größten Römer-Schatz aller Zeiten

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Jahrhundertfund auf dem Acker - Deutscher entdeckt größten Römer-Schatz aller Zeiten

Wer mit einer Metallsonde über einen Acker läuft, rechnet meist mit rostigem Schrott. Oliver Riedl (52) fand stattdessen einen Schatz für die Geschichtsbücher. Im Herbst 2025 war der Hobby-Sondengänger auf einem Feld bei Wesseling nahe Köln unterwegs, als seine Sonde anschlug.

Wenige Minuten später hielt er die ersten römischen Silbermünzen in der Hand. Was zunächst wie ein ungewöhnlicher Fund aussah, entpuppte sich als archäologische Sensation: 934 römische Denare, fast 1900 Jahre lang verborgen im Boden. Es ist der größte Münzschatz aus römischer Zeit, der jemals in Deutschland entdeckt wurde.

Innerhalb kurzer Zeit förderte der Hobby-Sondengänger 15 römische Silbermünzen zutage. Experten wurden alarmiert, Archäologen rückten an. Was sie auf dem Acker entdeckten, sorgte für Staunen: Offenbar hatte hier jemand vor langer Zeit ein Vermögen versteckt. Die Denare hatten einst in einem Gefäß gelegen, sorgfältig mit Stroh ausgekleidet.

Die Münzen erzählen eine Geschichte, die fast zwei Jahrtausende zurückreicht. Die jüngste stammt aus den Jahren 124 oder 125 nach Christus und zeigt Kaiser Hadrian. Frühestens danach kann der Schatz vergraben worden sein. Die älteste wurde bereits 148 vor Christus geprägt. Als der Schatz vergraben wurde, war diese Münze bereits uralt. Heute ist sie etwa 2170 Jahre alt. Wer so viele Silbermünzen besaß, muss wohlhabend gewesen sein. Vielleicht gehörte der Schatz einem Bewohner eines nahe gelegenen römischen Gutshofes. Vielleicht wurde das Geld in einer Krisensituation vergraben. Vielleicht starb der Besitzer, bevor er zurückkehren konnte.

Besonders faszinierend: Die Wissenschaftler konnten viele Münzen erstaunlich schnell datieren. Der Trick steckt in den Gesichtern der Kaiser. Die Römer zeigten ihre Herrscher auf Münzen oft mit markanten Gesichtszügen. Lange Nasen, kantige Kinne, tiefe Falten. Nicht immer schmeichelhaft, aber äußerst praktisch für Archäologen. Denn an den Porträts lässt sich häufig erkennen, unter welchem Kaiser eine Münze geprägt wurde.

Für die Experten ist noch etwas anderes bemerkenswert. Oliver Riedl hätte den Fund verschweigen können. Stattdessen meldete er ihn sofort. So konnte der Münzschatz wissenschaftlich untersucht und für die Öffentlichkeit erhalten werden. Künftig wird er die Besucher des LVR- Landesmuseums begeistern. Und Oliver Riedl kann mit Stolz sagen, dass aus einem gewöhnlichen Spaziergang über einen Acker einer der spektakulärsten Funde der deutschen Archäologie wurde. Alles wegen eines einzigen Pieptons.

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