In der Nacht zum Freitag - Deutschland erlebt seltene partielle Mondfinsternis
Wer am Freitag besonders früh aus den Federn kommt, kann ein seltenes Himmelsschauspiel erleben: In den Morgenstunden des 28. August zieht eine partielle Mondfinsternis über Deutschland. Dabei verschwinden zeitweise mehr als 93 Prozent der sichtbaren Mondoberfläche im Schatten der Erde. Erst vor zwei Wochen hatte eine totale Sonnenfinsternis in Europa viele Menschen nach draußen gelockt. Nun folgt das nächste astronomische Highlight.
Die Mondfinsternis beginnt gegen 3.20 Uhr, wenn der Mond zunächst in den Halbschatten der Erde eintritt. Für alle sichtbar wird das Schauspiel ab etwa 4.30 Uhr, wenn der Mond den Kernschatten erreicht und ein Teil seiner Oberfläche verdunkelt wird.
Der Schatten breitet sich anschließend immer weiter aus. Gegen 6.13 Uhr wird das Maximum erreicht: Dann liegen mehr als 93 Prozent des Mondes im Erdschatten. Nur noch ein schmaler heller Rand bleibt sichtbar. Zum spektakulären „Blutmond“ kommt es allerdings nicht. Dafür müsste der Mond vollständig in den Kernschatten der Erde eintauchen. Diesmal handelt es sich um eine partielle Mondfinsternis .
Bei klarem Wetter ist das Schauspiel in ganz Deutschland zu sehen. Experten empfehlen einen Standort mit freier Sicht zum West- bis Südwesthorizont, denn der Mond steht während der Finsternis sehr tief. Ideal sind erhöhte Plätze wie Hügel, Bergkuppen oder Sternwarten. Gebäude, Bäume oder Bergrücken können den Blick auf den Mond kurz vor seinem Untergang versperren.
Das Maximum der Finsternis fällt nahezu mit dem Monduntergang und dem Sonnenaufgang zusammen. Das erschwert die Beobachtung. Während der Mond immer dunkler wird, hellt die Morgendämmerung den Himmel bereits auf. „Deshalb ist ein freier Blick auf den West-Südwest-Horizont entscheidend“, sagt Jochen Eislöffel von der Thüringer Landessternwarte Tautenburg.
Ob das Naturschauspiel tatsächlich sichtbar ist, hängt vor allem vom Wetter ab. Wolken, Dunst oder Schleier am Horizont können die Sicht auf den Mond verhindern. Astronomen raten deshalb, kurz vor dem Ereignis noch einmal einen Blick auf die Wettervorhersage zu werfen.
Anders als bei einer Sonnenfinsternis kann eine Mondfinsternis problemlos mit bloßem Auge beobachtet werden. Eine spezielle Schutzbrille ist nicht erforderlich. Wer genauer hinschauen möchte, kann ein Fernglas nutzen. Für Hobbyfotografen bieten sich Teleobjektive an. Achtung: Weil das Motiv dunkel ist, können Bilder mit dem Handy schnell verwackeln. Ein Stativ wäre daher von Vorteil.
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