Vier Gründe machen Hoffnung - Nürnberg träumt vom Bundesliga-Comeback
Nürnberg – Sechs Punkte aus zwei Spielen, sieben Saisontore und ein viel umjubelter Derbysieg über Greuther Fürth (4:2). Besser als der 1. FC Nürnberg kann man in eine Zweitliga-Saison nicht starten. Folge: Der Club geht als Tabellenführer (!) in den dritten Spieltag. Keine Selbstverständlichkeit! Immerhin stand Nürnberg seit dem Bundesliga-Abstieg 2019 an keinem einzigen (!) Spieltag auf einem Aufstiegsplatz.
Logisch, dass im Frankenland die Euphorie in diesen Tagen keine Grenzen kennt. Nach dem Derbysieg erklärte Nürnbergs neuer Abwehrchef Fynn Otto (24): „Dieses Gefühl, nach dem Spiel mit den Fans zu feiern, war unglaublich. Das wird bestimmt noch ein wenig dauern, bis ich alles komplett realisiert habe. Es war definitiv das größte Spiel meiner bisherigen Karriere.“
Doch ist der 1. FC Nürnberg wirklich schon reif für die Bundesliga? BILD nennt vier Gründe, warum der Club zumindest träumen darf.
Im Gegensatz zur Vorsaison, als der Club nach fünf Spieltagen mit nur einem Punkt auf dem letzten Tabellenplatz stand, hatte Cheftrainer Miroslav Klose (48) diesmal seinen finalen Kader nicht erst Ende August zusammen. Der Weltmeister: „Es ist für uns Trainer natürlich einfacher, wenn wir das Spielermaterial über einen längeren Zeitraum bei uns haben. Das ist schon mal Punkt eins. Punkt 2 ist, dass wir dann in der Vorbereitung Sachen einstudieren können. Und beides ist passiert, und deswegen ist es für mich normal, dass man da auch dann erfolgreich starten kann.“
Gerade das spielstarke Nürnberger Mittelfeld hat Bundesliga-Niveau. Finnlands Nationalspieler Adam Markhiev (24), Bayern-Leihgabe Javier Fernandez (19) oder die Ex-Hoffenheimer Finn Ole Becker (26) und Julian Justvan (28) könnten ohne Probleme schon jetzt in der Bundesliga auflaufen. Wenn dann auch noch der viel umworbene neue Superstar Mohamed Ali Zoma (22/Ablöseforderung: 20 Mio. Euro) beim FCN bleiben sollte, ist die offensive Wucht der Franken kaum zu stoppen.
In der noch jungen Saison ließ sich die Klose-Elf auch von Rückschlägen bisher nicht unterkriegen. Gegen Fürth lag man zweimal hinten und schaffte postwendend den Ausgleich. Kein Zufall! Sagt Derbyheld Justvan: „Wir glauben an unsere Qualität und das ist unser großes Plus. Selbst, wenn wir mal in Rückstand geraten, machen wir immer weiter.“
Dank eines hervorragenden Mannschafts-Klimas gelang die Integration der bisherigen Neuzugänge in Rekordzeit. Bei den Derbyfeierlichkeiten auf und neben dem Platz feierten neue und etablierte Spieler Seite an Seite. FCN-Kapitän Jan Reichert (25): „Solche Spiele sind das, wofür wir und die Fans leben. Diesen Zusammenhalt nehmen wir mit in die nächsten Spiele.“
Natürlich ist es noch viel zu früh, um Nürnberg zu den Aufstiegsfavoriten zu zählen. Aber die Statistik spricht dafür. Das letzte Mal, als der Club mit sechs Punkten nach zwei Spielen startete, war in der Saison 2017/2018. Damals stieg man unter Ex-Coach Michael Köllner (56) auch zum achten Mal in die Bundesliga auf. FCN-Sportvorstand Joti Chatzialexiou (50/„Über unser Saisonziel reden wir nur intern!“) hat sich im Hinblick auf Aufstiegsziele einen Maulkorb verpasst. Die Spieler geben sich da deutlich angriffslustiger.
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